+16.7 %

durchschnittliche Kostensteigerung für Mieter in der Steiermark von 2011 bis 2015 1

+4.4 %

Entwicklung des Einkommens steirischer Haushalte von 2011 bis 2015 2

11,09 €

Mittlere Gesamtmiete/m² auf dem freien Wohnungsmarkt in Graz angebotener Mietwohnungen 3

Ganz Österreich und so auch Graz hat ein Wohnungsproblem.

Seit Jahren steigen Mieten und Betriebskosten deutlich stärker als die Lohneinkommen, von denen diese Mieten zu bezahlen wären.

Der Markt regelt nichts!

Trotz allenthalben sichtbarer Bautätigkeit entspannt sich die Lage nicht. An den Bedürfnissen der Mieter vorbeigebaute "Anlegerwohnungen" erfüllen weder die Renditehoffnungen der Anleger noch sind sie zu bezahlbaren Preisen vermietbar.

Die KPÖ Graz schlägt daher folgende Sofortmaßnahmen vor

  • Mietobergrenzen für alle Mietwohnungen
  • Zweckbindung der Wohnbaufördermittel
  • Sonderprogramm zur Errichtung bezahlbarer Gemeindewohnungen.
Wohnen macht arm.

Rohdaten: STATISTIK Austria (Hauptmieten1, VPI 2010, Haushaltseinkommen2)
Index und Diagramm: KPÖ Graz

Mieten explodieren, Einkommen stagnieren.

Vergleicht man Mieten und "Äquivalisiertes Nettohaushaltseinkommen" in der Steiermark wird deutlich, daß Wohnen in den letzten Jahren überdurchschnittlich teuer geworden ist. Hauptursache dafür ist der von Investoren-Interessen getriebene private Wohnungssektor.

Die KPÖ Graz fordert daher von der Bundesregierung:

  • Mietobergrenzen für alle Mietwohnungen
  • befristete Mietverträge abschaffen
  • keine Rückschritte beim Mieterschutz!

Rohdaten: STATISTIK Austria (Hauptmieten inkl. BK1)
Diagramm: KPÖ Graz

Gemeindewohnungen sind mieterfreundlich.

Von 2011 bis heute sind die Mieten in der Steiermark um 16,7% gestiegen.

Die Daten für ganz Österreich zeigen, dass vor allem der private Wohnungssektor diesen Preisanstieg antreibt.

Rohdaten: Angebot auf willhaben.at am 3.Juni 2016: 2625 Mietwohnungen in Graz
Unvollständige oder fehlerhafte Einträge wurden ausgeschieden, 2200 Angebote ausgewertet.
Auswertung und Diagramm: KPÖ Graz

Tip: Bewegen Sie Ihren Mauszeiger über die Datenpunkte.

Durchschnitt und Realität

Wer 2016 in Graz eine Mietwohnung sucht und dabei auf den privaten Wohnungsmarkt angewiesen ist stößt schnell an die Grenzen statistischer Aussagen:

die durchschnittliche Wohnung um € 6,85 pro Quadratmeter inkl. BK gibt es nicht!

Wir haben exemplarisch das Angebot auf willhaben.at ausgewertet:

Am 3.Juni 2016 beträgt die mittlere Gesamtmiete inkl. BK stattliche € 11,09!

Vorschläge der KPÖ Graz:

  • Bau von weiteren Gemeindewohnungen
  • Zweckbindung der Wohnbaufördermittel
  • Mietobergrenzen für alle Mietwohnungen

Wohnen muss billiger werden!

Die Geschäftemacherei mit dem Grundbedürfnis Wohnen nimmt zu. Die ständig steigenden Kosten fürs Wohnen am privaten Wohnungsmarkt treffen immer mehr Menschen. Fernwärme, Strom usw. werden jährlich teurer.

  • Gebührenstopp statt Teuerungsautomatik!
  • Abschaffung der Vergebührung von Mietverträgen durch die MieterInnen
  • Klare Obergrenzen für Kautionen! (derzeit werden bis zu fünf Monatsmieten verlangt)
  • Maklerprovisionen sollen vom Vermieter bezahlt werden
  • Keine Kürzung, sondern Anpassung der Wohnbeihilfe an die Teuerung
  • Abschaffung bzw. Vereinheitlichung des undurchschaubaren Richtwertmietsystems
  • Klar festgelegte Mietzinsobergrenzen für alle Wohnungen, um Mietzinswucher zu unterbinden
  • Meldepflicht für leerstehende Wohnungen!
  • Ausweitung der Fördermittel für Wohnungssanierungen zur Senkung von Energiekosten (Austausch von Fenstern, Wärmedämmung, Fernwärmeanschluss)

Gemeindewohnungen nötiger denn je

Es gibt in Graz nach wie vor zu wenig leistbaren Wohnraum. Das Geschäft mit der Wohnungsspekulation blüht! Am privaten Wohnungsmarkt schnellen die Preise in die Höhe. Nur ein umfassendes kommunales Wohnbauprogramm kann diesem Trend wirksam begegnen.

  • Kein Verkauf städtischer Gemeindewohnungen, stattdessen
  • Bevorratung und Ankauf von Grundstücken durch die Stadt
  • Bau von weiteren Gemeindewohnungen
  • Eigene Wohnbau-Förderkontingente für die Stadt Graz, damit sie selbst Gemeindewohnungen bauen kann
  • Einweisungsrecht der Gemeinde in einem zu bestimmenden Anteil (z. B. 5 %) in geförderte Neubauwohnungen als Förderungsvoraussetzung für Wohnbaugenossenschaften
  • Kein weiterer Verkauf von Wohnbaufördermitteln durch das Land
  • Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel für den geförderten Wohnbau statt Verwendung zum Stopfen von Budgetlöchern

Quellen:

1 STATISTIK Austria, Durchschnittliche Miete (inkl. Betriebskosten) von Hauptmietwohnungen1) nach Bundesland (Zeitreihe)

2 STATISTIK Austria, Äquivalisiertes Nettohaushaltseinkommen nach soziodemographischen Merkmalen, veröffentlicht in den Tabellenbänden EU-SILC 2011 bis 2015, Tabelle 1.2a

3 Auswertung der Angaben zu Wohnfläche und Gesamtmiete von 2200 am 13.Juni 2016 auf willhaben.at angebotener Mietwohnungen in Graz

6. Juni 2016