Das hat die KPÖ mit Eggenberg vor

Mit der Sozialarbeiterin Karin Gruber hat Eggenberg eine neue Bezirksvorsteherin. Das Grazer Stadtblatt spricht mit ihr über ihren Lieblingsort, das Spezielle an Eggenberg und den neuen Grazer Stadtteil Reininghaus.

 

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In Eggenberg startet die Sozialarbeiterin Karin Gruber (61) nun als Bezirksvorsteherin in ihre dritte Amtsperiode. Inhaltlich setzt sie sich für mehr Grün, weniger Verkehr und die Stadtteilzentren im Bezirk ein. In ihrer Freizeit ist sie oft sportlich auf dem Fahrrad, auf Schi, beim Schwimmen und Wandern unterwegs. (Foto: KPÖ Graz)

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Eggenberg?

Karin Gruber: Der Schlosspark. Er ist grün, er ist autofrei, er hat zu jeder Jahreszeit so viele verschiedene Pflanzen, die wunderbaren alten Bäume, es gibt die Pfaue, das Schloss selber, er ist einfach wunderschön und perfekt zum Spazieren gehen. Ich geh dort auch gerne Laufen, weil ich die Jahreskarte hab.
Einen Antrag von KPÖ-Gemeinderat Christian Sikora möchte ich gerne aufgreifen: Er hat ja die Idee gehabt, dass man den Schlosspark mehr bespielen sollte. Wir hatte voriges Jahr im Herbst das Klanglicht dort, das hat zwar nicht wenig Eintritt gekostet, war aber gut organisiert und wirklich wunderschön. Und wenn man da, nach dem Wiener Vorbild vom Schloss Schönbrunn, auch einen Christkindl- oder Ostermarkt veranstalten würde, wäre das schon toll. Es ist wirklich schade, dass da derzeit nur wenig bis gar nichts gemacht wird.

 

Was macht Ihren Bezirk einzigartig?

Gruber: Ich finde Eggenberg hat eine gute Durchmischung von verschiedenen Wohnformen und Bevölkerungsschichten. Es gibt dieses Villengebiet am Rande, da ist man ganz schnell im Grünen und in den Wäldern. Wenn man mehr in die Mitte vom Bezirk geht, haben wir viele Gemeindewohnungen. Dort gibt es auch mehrmals in der Woche den Markt am Hofbauerplatz, der sehr gut besucht wird. Und dann haben wir auch ganz dicht besiedelte Gebiete entlang der Alten Poststraße. Da haben wir im Bezirk einen guten und auch multikulturellen Mix.

 

Durch diesen Mix ergeben sich sicher auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Welche Themen brennen den Eggenbergern besonders unter Nägeln?

Gruber: Verkehr ist für Viele ein großes Thema. Bei uns melden sich immer wieder Menschen, die sich über Lärm beschweren, der von zu schnell fahrenden Autos verursacht wird. Da veranlassen wir dann auch Lärmmessungen. Ob es Beschwerden gibt, kommt aber auch stark auf die Wohngegend an. In der Alten Poststraße, dort hab ich früher auch gewohnt, ist man den Lärm einfach gewohnt, da beschwert sich kaum jemand über den Verkehr. Ansonsten ist natürlich die Verbauung auch bei uns ein großes Thema. Dort wo früher ein Einfamilienhaus gestanden ist, und jetzt ein Komplex mit fünfzehn Wohnungen hin gebaut werden soll, haben Anrainer natürlich keine Freude. Da gibt es in Eggenberg schon den Tenor: „Lasst‘s uns noch ein bisserl Grün“. Und auch wenn wir jetzt eine KPÖ-Bürgermeisterin haben, die sich mit der Stadtkoalition gegen die Versiegelung einsetzt, gibt es halt leider einige Bauprojekte die noch unter der alten Regierung genehmigt wurden und jetzt angegangen werden. Das muss man leider im Sinne der Rechtsstaatlichkeit so hinnehmen.

 

Reininghaus wäre da eines dieser Projekte…

Gruber: Ja, aber was mir daran gefällt ist, dass es eine zusammenhängende Fläche ist, die früher brach gelegen ist und  im Endausbau Heimat für 10.000 Menschen werden soll. Dort hat man in die Höhe gebaut. Das kann einem jetzt gefallen oder auch nicht, aber, wenn man nur zweigeschossigen Flachbau macht, versiegelt man wesentlich mehr Fläche, als wenn man 19 Stockwerke in die Höhe baut. Außerdem gibt es ja Auflagen der Stadt. Zum Beispiel, dass da eine drei Hektar große öffentliche Parkanlage geschaffen wird. Außerdem war es Auflage, dass jeder Bauträger ein Minium von zehn Prozent seiner Fläche als Grünfläche gestalten muss. Ich stehe dem Projekt positiv gegenüber, weil ich da als Bezirksrätin schon seit einigen Jahren mit involviert bin und auch bei einigen Workshops mit dabei war. Wir haben damals ein Brainstorming gemacht, dass wir einen relativ autofreien Stadtteil haben wollen. Wir wollen Radwege, viele Grünflächen und hochwertige Gehwege für den Park. Außerdem wollen wir viel Gemeinschaft haben, darum finde ich es toll und wichtig, dass sich die Stadt dort ein Stadtteilmanagement leistet. Zusätzlich gibt es auch eine gute Durchmischung von Eigentumswohnungen für die Mittelschicht, und aber auch geförderten Wohnbau. Es gibt ein paar denkmalgeschützte Gebäude, die die Stadt übernommen hat. Es wird eine Servicestelle hinkommen, es wird eine Bücherei geben, es wird ein Ärztezentrum eingerichtet, die Straßenbahnanbindung haben wir schon. Also von der Infrastruktur sollte alles passen. Wie es letztlich angenommen wird, wenn einmal alles fertig ist, wird man sehen. Zurzeit wohnen etwa 3.000 Personen dort.

 

Welche Themen sollten in Eggenberg in den nächsten fünf Jahren dringend angegangen werden?

Gruber: Wir hätten gerne so eine Grüne Meile im Bezirk, wie sie Vizebürgermeisterin Judith Schwentner auch machen möchte. Im Bezirksrat haben wir ähnlich wie im Rathaus eine Koalition mit den Grünen und der SPÖ, da hätten wir schon eine Mehrheit. Ich denke die ÖVP würde da auch mitgehen. Und eigentlich, kann ja nicht einmal die FPÖ etwas gegen eine grüne Meile haben, denk ich mir. Angedacht wäre, dass man da die Vinzenzgasse ein bisschen grüner macht. In und um den Schlosspark gibt es zwar viel Grün in Eggenberg, aber wir haben auch einige Straßenzüge, die nicht besonders attraktiv sind. Da müsste man hier und da auch verkehrsberuhigen und den Bezirk auch Rad-freundlicher machen.
Dadurch, dass eine junge Afghanin bei mir wohnt, hab ich auch viel Kontakt zur Jugend. Und von denen kommt der Wunsch, dass es mehr Möglichkeiten im Bezirk geben soll, etwas zu unternehmen. Da fehlt es an kostenlosen Angeboten. Wir haben zum Beispiel den Bezirkssportplatz in der Vinzenzgasse, dort fehlen Tische und Bänke, damit man sich hinsetzen kann, um den Kindern beim Spielen zuzuschauen. Es braucht einfach mehr attraktive Aufenthaltsbereiche ohne Konsumzwang im öffentlichen Raum. Was mich auch wirklich gestört hat war, dass unter Schwarz-Blau den Stadteilzentren das Geld so abgeschnitten wurde. Wir haben zum Beispiel das EggenLend. Die machen wirklich gute Arbeit, und sie haben tolle Ideen. Sie haben einen Kostnix-Laden und veranstalten Spielenachmittage oder auch das Projekt Radmobil. Aber es fehlt ihnen leider an Personal und ihre Räumlichkeiten sind auch sehr eng, da braucht es dringend ein höheres Budget.

 

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Veröffentlicht: 27. Januar 2022