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Kahr: Automatische Teuerung bei Öffis muss gebremst werden

Erhöhung per 1. Juli: KPÖ fordert Preise stabilisieren und Lücken bei SeniorInnen und Kindern schließen

Elke Kahr Foto

Mit 1. Juli erhöhen sich die Tarife im gesamten steirischen Verkehrsverbund um durchschnittlich 3,68 Prozent – Elke Kahr fordert ein Ende der Teuerungsautomatik.

„Die alljährliche Erhöhung ist überproportional. Mit dem neuen Tarifvertrag, der ab 2019 gelten soll, muss auch die Automatik – derzeit der 1,75-fache Verbraucherpreisindex – abgeschafft oder zumindest reduziert werden“, fordert Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ)

Mit 2,40 Euro (bisher 2,30) für die Einzelfahrt, gelöst im Fahrzeug, liegt Graz mittlerweile auf dem Niveau von Wien. Die 24-h-Karte kostet neu 5,30 (bisher 5,10 Euro), die 10-Zonen-Karte erhöht sich auf € 20,60 (bisher 20). Spürbar teurer wird die Monatskarte, die ab 1. Juli € 49,50 (bisher € 47,60) sowie die attraktive Jahreskarte, die bisher mit 247 Euro angeboten wurde und nun 265 Euro kostet.
Hier gilt übrigens der Tipp, sich rechtzeitig bis Freitag ein neues Jahresticket zum alten Preis zu besorgen. (Achtung: Gültigkeit ab 30. Juni!) Der einzige Tarif, der gleichbleibt, ist jener für die Sozialcard Mobilität (€ 50).

Mit dem neuen Tarifvertrag, der nun für 1. Jänner 2019 geplant ist, besteht die Chance, die jährliche Erhöhung um 1,75 % des VPI zu ändern. Jedoch hat die Stadt Graz, im maßgeblichen Verbund-Gremium vertreten durch das Finanzressort, bereits erklärt, an dieser überproportional hohen Automatik festhalten zu wollen. Kahr: „Es ist unverständlich, dass nicht auf den Verbraucherpreisindex zurückgegangen oder von der jährlichen Erhöhung abgegangen wird.“

Lücken im Tarifsystem

Die KPÖ drängt weiter auf die Beseitigung von Ungerechtigkeiten. So möchte Stadträtin Kahr eine Lösung für PendlerInnen, die derzeit bei der vergünstigten Grazer Jahreskarte durch die Finger schauen. Nicht befriedigend gelöst ist auch die Seniorenermäßigung für Stunden- und 24-Stundenkarten (dzt. gekoppelt an die ÖBB-Vorteilscard Senior), Zeitkarten gibt es für ältere Menschen in Wien, Innsbruck und Linz wesentlich günstiger. 

Benachteiligt werden auch die InhaberInnen der Grazer SozialCard Mobilität, die derzeit innerhalb der Zone 101 Graz für Regionalbusse (dreistellige Liniennummern) und die (S-)Bahn nicht akzeptiert wird. Außerdem wird die SozialCard nicht für die Familienermäßigung des Landes (Familienpass) anerkannt – diese ermöglicht, dass Kinder bis zum 15. Lebensjahr gratis mit den Eltern bzw. einem Elternteil mitfahren können. Das führt bei vielen Kindern zu Problemen. Wenn sie das 6. Lebensjahr bereits vollendet haben, aber noch nicht in die Schule gehen, müssen sie auch in Elternbegleitung den vollen Tarif zahlen. Hier muss dafür gesorgt werden, dass Kinder bis zum Schuleintritt generell in den Genuss einer Freifahrt kommen, verlangt Kahr.

26. Juni 2018