Schon 1.000 Unterschriften für Volksbefragung über Olympia-Bewerbung

Breite Unterstützung für direkte Demokratie

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„Die Grazerinnen und Grazer wollen nicht, dass eine so weitreichende Entscheidung über ihre Köpfe hinweg getroffen wird“, weiß KPÖ-Klubobmann Manfred Eber von vielen Gesprächen.

10.000 gültige Unterschriften sind notwendig, damit eine Volksbefragung über die Bewerbung von Graz als „Host City“ für Olympia 2026 abgehalten werden muss. Seit Anfang Februar sammelt die Grazer KPÖ – und hat bereits 1.000 beisammen.

Würde der Gemeinderat mit einfacher Mehrheit beschließen, eine Volksbefragung abzuhalten, wäre es nicht notwendig, dafür Unterschriften zu sammeln. Doch in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag hat die ÖVP-FPÖ-Rathauskoalition einen diesbezüglichen Antrag der KPÖ abgelehnt. 

„Wir lehnen diese abgehobene und undemokratische Politik ab“, sagt KPÖ-Klubobmann Manfred Eber. „Deshalb wird die KPÖ alle Anstrengungen darauf verwenden, die notwendigen Unterschriften für die Volksbefragung zu Olympia 2026 noch vor dem Sommer zusammenzubekommen.“ (Siehe auch: Volksbefragung für Olympia gestartet – So können Sie mitmachen.)

Dass es Sinn macht, die Bevölkerung zu befragen, hat zuletzt selbst FPÖ-Sportminister Heinz-Christian Strache eingeräumt, der die ablehnende Haltung zu einer Bewerbung Innsbrucks für die Spiele 2026 als warnendes Beispiel sieht und von der APA mit folgenden Worten zitiert wird: „Es muss ein breites Wollen geben, der Region und der Menschen, die dort leben. Man kann ja das nicht gegen die Bürger in der Region machen.“

Einige Fakten, die gegen eine Olympia-Bewerbung von Graz sprechen:

  • Laut – niedrig angesetzter – Prognosen sollen die Olympischen Spiele 1,2 Mrd. Euro kosten. Damit wären die Ausgaben für das 2wöchige Event höher als die gesamten Ausgaben der Stadt Graz in einem ganzen Jahr. Zum Vergleich: Das Grazer Budget für 2018 samt geplanter Investitionen wurde mit 1.134.508.700,- Euro, also rund 1,13 Mrd. Euro veranschlagt.
  • Allein für die Olympia-Bewerbung werden 8 bis 9 Millionen Euro prognostiziert. Bereits am 15. März soll im Gemeinderat die Entscheidung fallen, den sogenannten „Letter of Intent“ für die Olympischen Winterspiele an das IOC abzuschicken.
  • In allen Städten, die Olympia-Austragungsorte waren, sind die Lebenserhaltungskosten gestiegen, die Preise in der Gastronomie, die Miet- und Wohnkosten haben sich massiv verteuert.

14. Februar 2018