Weibliche Altersarmut und Kürzungen bei Unterstützung von Frauen

Gemeinderätin Elke Heinrichs zum Equal Pension Day und Kürzungen beim Österreichischen Frauenring: „Die Kürzungen von 700.000 Euro sind nicht akzeptabel. Equal Pension Day zeigt, dass eine Änderung im Pensionssystem für Frauen längst fällig ist!“

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Das Risiko vieler Seniorinnen von Altersarmut betroffen zu sein, ist bereits jetzt gegeben und kontinuierlich im Steigen. Der Equal Pension Day macht im Speziellen das erhöhte Armutsrisiko von Frauen sichtbar. In Österreich beziehen Frauen rund 43 Prozent weniger Einkommen aus Pensionen als Männer. Umgelegt bedeutet dies, dass Frauen im Jahr 156 Tage länger mit ihrer Pension auskommen müssen als Männer.

 

Vor allem verringern Teilzeitarbeit und Erwerbspausen aufgrund der Kindeserziehung die Pension eklatant. Laut Arbeiterkammer ergibt sich aus einem Jahr Halbtagsstelle nach der Karenz ein Prozent weniger an Pension. „Unsere Forderung kann nur lauten: Ausreichende Kinderbetreuungsplätze und ein gerechter Durchrechnungszeitraum für die Pension. Denn fast 50 Prozent der Frauen, aber nur zehn Prozent der Männer arbeiten in Teilzeit. Weiters verdienen Frauen bei gleicher Arbeit im Schnitt um 22,9 Prozent weniger als Männer“, verweist Gemeinderätin Elke Heinrichs auf die ungleiche Situation für Frauen am Arbeitsmarkt. Gerade in Branchen, in welchen hauptsächlich Frauen tätig sind, fehlt es an Vollzeitarbeitsplätzen und ausreichend Kinderbetreuungsplätzen.

 

Der Österreichische Frauenring, welcher verschiedene Vereine (Familienberatung, Beratungs- und Vernetzungsarbeit) umfasst, beklagt die Streichung von ca. 700.000 Euro für das Jahr 2018. Das bedeutet für den Frauenring selbst ein Drittel weniger Förderung. „Daher fehlt Geld für Personal, was nichts Anderes als letztlich auch weniger Jobs für Frauen bedeutet! Rechtliche und finanzielle Absicherung für die Vereine des Österreichischen Frauenringes“, fordert Heinrichs.

 

Erst im Juni hat sich Heinrichs bei der Gemeinderatssitzung mittels Dringlichen Antrag an die Bundesregierung gewandt und forderte einen Stopp der finanziellen Kürzungen bei der Familienberatung. „Die geplanten Kürzungen von acht Prozent des bisherigen Budgets bedeuten, dass in den 400 Beratungsstellen nunmehr 26.000 Familienberatungsstunden weniger erfolgen werden, wovon 18.000 Familien betroffen sein werden“, erklärt Heinrichs.

 

„Kürzungen notwendiger Mittel für besondere Unterstützung von Frauen und Familien, 12-Stundentag, flexible Arbeitszeiten – ein sehr gläserner Gesamtplan! Frauen zurück in den Haushalt ist gelinde gesagt ein sehr unmoderner Vorschlag, ein sehr altmodisches Angebot an mein Geschlecht. Die Rechnung wird aber nicht aufgehen (können)“, so Heinrichs.

1. August 2018