Lebensraum statt Betongold
Der Unmut der Grazer Bevölkerung über die stark profitgetriebene Bau-Politik war einer von vielen Gründen für die Abwahl der ÖVP/FPÖ-Koalition im Jahr 2021. Für die KPÖ-geführte Koalition steht seither im Vordergrund, Platz für Menschen, Grünraum so wie das historisch gewachsene Stadtbild zu sichern und zu schützen.
Notwendige Bautätigkeit zur Schaffung von leistbarem Wohnraum in unserer Stadt darf nicht so gestaltet sein, dass jeder Quadratmeter rücksichtslos verbaut wird. Darum wurden in den letzten Jahren wichtige Instrumente eingeführt, die Menschen und Natur Vorrang gegenüber Profitinteressen geben.
Das hat der Gemeinderat beschlossen:
- Ein erneuertes Stadtentwicklungskonzept legt den Fokus auf Umwelt, Hochwasserschutz, soziale Entwicklung und Sicherung des Grüngürtels.
- Ein verbindlicher Grünflächenfaktor regelt einen Mindestanteil an Grünflächen bei neuen Bauprojekten, fördert Baumpflanzungen und ermöglicht eine klimaangepasste Stadtentwicklung in Graz.
- Mit der überarbeiteten Grazer Baumschutzverordnung wird der Erhalt von Bäumen gesichert, Neupflanzungen werden forciert und nicht genehmigte Fällungen gesunder Bäume höher bestraft.
- Seit 2022 wurden über 2.500 Bäume im Grazer Stadtgebiet neu gepflanzt.
- Der Grazer Wald wird auf rund 627 Hektar nachhaltig und sozial verantwortungsvoll bewirtschaftet.
- Rahmenpläne machen bei größeren Bauprojekten soziale und ökologische Vorgaben.
- Die Ausweitung der Bebauungsplanpflicht sorgt für mehr Planungssicherheit in der Stadtentwicklung. Bei diesen Bebauungsplänen gilt: Qualität steht über Quantität.
- Die Fördermöglichkeiten für den Erhalt historischer Bausubstanz wurden ausgeweitet.
- In der Altstadtkommission sind endlich mehr Kunsthistoriker:innen vertreten. Mit der Entsendung der Stadt Graz ist nun sichergestellt, kulturelle und architekturgeschichtliche Anliegen eine größere Rolle spielen.
- Schutz und Erhalt der Heimgärten als wichtiger Naherholungsort für Grazer:innen.
- Auf vielfache Initiativen und Druck der Stadt Graz wurde 2023 eine neue Bebauungsdichteverordnung des Landes Steiermark beschlossen. Positiv verändert hat sich damit, dass offene Laubengänge und Stiegenhäuser nicht mehr zur Ausdehnung der Bebauungsdichte herangezogen werden dürfen.
- 2022 hat die Stadt Graz beschlossen, das 35 Hektar große Areal rund um das Schloss Lustbühel nach 20 Jahren wieder selbst zu bewirtschaften und als Naherholungsgebiet für die Grazer:innen mit einem Rundweg, Schaulandwirtschaft mit Schafen, Ziegen und Esel sowie Kinderspielplatz und Rodelhügel zu sichern.
- Beim Bebauungsplan in der Zinzendorfgasse wurde die biedermeierliche Hausreihe vor Investoreninteressen geschützt.
Veröffentlicht: 25. Februar 2026