Iran-Krieg setzt Stadtfinanzen unter Druck – So reagiert Graz
Angesichts der jüngsten geopolitischen Entwicklungen und der militärischen Angriffe der USA und Israel auf den Iran hat Finanzstadtrat Manfred Eber die Finanzdirektion der Stadt Graz mit der Erarbeitung konkreter Maßnahmen zur Liquiditätssicherung beauftragt, welche zusätzlich zu den bereits im letzten Strategiebericht beschlossenen Maßnahmen hinausgehen.
Hintergrund ist die Möglichkeit länger anhaltender Preissteigerungen bei Öl und Gas infolge einer weiteren militärischen Eskalation und eines sich ausweitenden Krieges rund um den Iran – insbesondere im Bereich der Straße von Hormus, einer zentralen Transportroute für Energierohstoffe.
Steigende Energiepreise verursachen für Städte und Gemeinden spürbare Mehrkosten. Die nun auszuarbeitenden Maßnahmen dienen daher als finanzieller Puffer, um im Bedarfsfall rasch und verantwortungsvoll reagieren zu können.
„Kriege und militärische Eskalationen wirken sich unmittelbar auf die kommunalen Haushalte aus. Daher ist es mir wichtig, dass wir vorausschauend handeln und lassen vorsorglich Instrumente zur Liquiditätssicherung ausarbeiten. Es geht darum, für mögliche Verwerfungen auf den Energiemärkten gewappnet zu sein und die Handlungsfähigkeit der Stadt jederzeit sicherzustellen“, betont Finanzstadtrat Eber.
Energieprojekte weiter vorantreiben, um unabhängiger zu werden
Gleichzeitig unterstreicht die aktuelle Situation die strategische Bedeutung laufender und geplanter Investitionen im Energiebereich. Dazu zählen insbesondere der Bau des Energiewerks Graz (EWG) sowie die energetische Klärschlammverwertung (EKV), die gemeinsam rund 20 Prozent der Grazer Fernwärme bereitstellen und Strom für etwa 15.000 Haushalte erzeugen werden. Darüber hinaus ist die vollständige Umsetzung des PV-Masterplans der Energie Graz essenziell, mit dem künftig rund ein Drittel des Stromverbrauchs des Haus Graz eigenständig produziert und abgedeckt werden soll.
Ziel ist eine stärkere Unabhängigkeit vom internationalen Energieweltmarkt und damit verbunden mehr Preisstabilität für die Grazerinnen und Grazer.
„Diese militärische Eskalation zeigt einmal mehr: Jeder Schritt in Richtung Energieautarkie ist auch ein Schritt zu mehr Stabilität für unsere Stadt. Unsere Investitionen sind nicht nur klimapolitisch richtig, sondern auch ökonomisch vorausschauend“, so Eber.
Veröffentlicht: 5. März 2026