Graz fordert: Keine Verschlechterung des Pflegeschlüssels!

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„Die Flucht aus dem Pflege-Beruf wird zunehmen und viele motivierte Menschen werden sich dreimal überlegen, ob sie in einen Beruf einsteigen, in dem Überlastung zur Normalität gemacht wird“, sagt Elke Heinrichs.

Die Landesregierung plant eine Kürzung des Personalschlüssels in Pflegewohnheimen. Allein in Graz wären rund 2.400 Heimbewohner:innen von einer solchen Kürzung direkt betroffen. Als Pflegewohnheimbetreiberin trägt die Stadt Graz hier eine besondere Verantwortung, denn sie ist der öffentlichen Daseinsvorsorge verpflichtet – und damit einer qualitativ hochwertigen, sicheren und würdevollen Versorgung.

„Diese Kompetenz haben sich die Geriatrischen Gesundheitszentren in den letzten Jahrzehnten hart erarbeitet. Hier hat man schon früh erkannt: Gute Pflege braucht nicht nur Herz, sondern verlässliche Strukturen und ausreichend Personal“, sagt KPÖ-Gemeinderätin Elke Heinrichs.

In den Einrichtungen der GGZ gibt es daher seit Jahren mehr Personal als vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Denn die Erfahrung zeigt: Mit dem bestehenden Minimum lässt sich keine Qualität sichern.
 

Was bedeutet eine Kürzung?

Jede Kürzung des Personalschlüssels bedeutet, dass weniger Menschen die gleiche Arbeit machen und somit weniger Zeit für die Bewohner:innen der Pflegeheime haben. Das Risiko für Pflegemängel steigt. Der Druck auf die Beschäftigten wächst. Fehler werden wahrscheinlicher – nicht, weil Pflegekräfte schlechter arbeiten, sondern weil sie an ihre Grenzen gedrängt werden.

„Eine Verschlechterung des Personalschlüssels ist ein Schlag ins Gesicht jener, die Tag für Tag Verantwortung für andere übernehmen. Und ein Schlag ins Gesicht jener, die auf Pflege angewiesen sind. Damit brennt man Mitarbeiter:innen aus, die Flucht aus dem Beruf wird zunehmen und viele motivierte Menschen werden sich dreimal überlegen, ob sie in einen Beruf einsteigen, in dem Überlastung zur Normalität gemacht wird“, so Heinrichs.
 

ÖVP, FPÖ und Eustacchio nehmen Verschlechterungen bei der Pflege in Kauf

Der KPÖ-Antrag an die Landesregierung alle Pläne zur Kürzung des Personalschlüssels öffentlich zu machen, von einer Verschlechterung abzusehen sowie einen Fahrplan zur kontinuierlichen Verbesserung des Pflegesschlüssels zu erarbeiten, wurde gegen die Stimmen von ÖVP, FPÖ und Gemeinderat Eustacchio mehrheitlich angenommen. Einzig beim Punkt, dass die Landesregierung sich für bundesweit einheitliche Pflegeschlüssel einsetzen soll, waren  sich alle Fraktionen  im Gemeinderat einig.

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Petition gegen Herabsenkung des Pflegeschlüssels

Schon jetzt wird der Personalschlüssel den realen Bedarfen nicht gerecht. Aber anstatt die Situation zu verbessern, bereitet die Landesregierung weitere Kürzungen vor. Sie haben offenbar immer noch nicht begriffen: Wer heute beim Personal kürzt, zahlt morgen doppelt: Mit Ausfällen, mit Qualitätsverlust, mit zerstörtem Vertrauen. Aus diesem Grund wurde eine Online-Petition gestartet, die einen sofortigen Stopp aller Kürzungspläne und einen Fahrplan zur Verbesserung des Personalschlüssels bis 2030 verlangt.

Hier unterschreiben: Hände weg vom steirischen Pflegeschlüssel

 

 

 

 

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Veröffentlicht: 23. Januar 2026