Energiewerk als Koalitionsbedingung: Versorgungssicherheit statt Konzerninteressen
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Das geplante Grazer Energiewerk wird konsequent weiterverfolgt. Mit dem Projekt sichert die Stadt Graz langfristig ihre Energieversorgung, schafft Stabilität bei Müllentsorgung und Gebühren und stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft.
Das Energiewerk wird künftig Strom für rund 15.000 Haushalte sowie Fernwärme für etwa 23.000 Wohnungen erzeugen. Gleichzeitig werden jährlich rund 15.000 Tonnen CO₂ eingespart. Darüber hinaus schafft das Projekt rund 100 neue Arbeitsplätze in der Region.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die langfristige Absicherung der Müllentsorgung für den Großraum Graz. Bereits jetzt bestehen Verträge mit Umlandgemeinden, um die notwendige Reststoffkapazität sicherzustellen. Damit wird die Entsorgungssicherheit für rund 450.000 Steirer gewährleistet.
Derzeit muss ein erheblicher Teil des Restmülls quer durch Europa transportiert werden, um andernorts thermisch verwertet zu werden – verbunden mit hohen Kosten, Verkehrsbelastung und Abhängigkeiten von internationalen Märkten. Durch das Energiewerk können jährlich rund 9.000 LKW-Fahrten eingespart werden.
Wertschöpfung in öffentlicher Hand
„Wir holen Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und Kontrolle zurück in die öffentliche Hand. Der Müll der Grazerinnen und Grazer soll künftig hier vor Ort verwertet werden und nicht quer durch Europa gefahren werden, damit private Konzerne Gewinne machen“, betont Bürgermeisterin Elke Kahr.
In den vergangenen Wochen hatten sich vermehrt einzelne Vertreter aus Wirtschaft und Industrie skeptisch zum Projekt geäußert. Für die Stadt Graz ist klar: Hinter dieser Kritik stehen auch wirtschaftliche Interessen jener privaten Unternehmen, die bislang vom bestehenden Müll- und Energiemarkt profitieren.
„Dass sich plötzlich vermeintliche Experten und ehemalige Industrievertreter öffentlich gegen das Energiewerk stellen, überrascht wenig. Es geht hier um einen Milliardenmarkt, an dem manche weiterhin verdienen wollen. Wir vertreten aber nicht die Interessen privater Müllkonzerne, sondern jene der Grazer Bevölkerung“, so Kahr.
Preisstabilität bei Strom, Fernwärme und Abfallgebühren
Das Energiewerk garantiert hingegen langfristige Preisstabilität bei Strom, Fernwärme und Abfallgebühren und macht die Stadt unabhängiger von internationalen Energie- und Entsorgungsmärkten.
„Was die Stadt selbst effizient und günstiger für die Bevölkerung erledigen kann, soll sie auch selbst machen. Kooperationen mit Privaten dort, wo sie sinnvoll sind – aber keine Abhängigkeit dort, wo sie uns teuer zu stehen kommt“, betont KPÖ-Finanzstadtrat Manfred Eber.
Auch die Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden sei ein starkes Signal regionaler Verantwortung. Die Gemeinden erhalten langfristige Planungssicherheit bei der Entsorgung, Graz wiederum eine stabile Auslastung des Energiewerks.
Bedingung für Koalitionsverhandlung
Für die kommende Gemeinderatsperiode stellt der KPÖ-Finanzstadtrat klar: Das Energiewerk bleibt ein zentrales Zukunftsprojekt.
„Wer Graz unabhängiger, klimafreundlicher und leistbarer machen will, muss dieses Projekt unterstützen. Für uns ist klar: Das Energiewerk wird kommen und wir werden es auch in kommenden Koalitionsverhandlungen konsequent absichern“, so Eber abschließend.
Veröffentlicht: 29. Mai 2026