Gute Bilanz für den Bezirksrat St. Leonhard
Foto: © Viktoria Dinius
Zahlreiche Projekte in den Bereichen Grünraum, Verkehr, Kinderfreundlichkeit und Lebensqualität sind umgesetzt oder auf den Weg gebracht worden. Der von der KPÖ geführte Bezirksrat St. Leonhard hat auf eine erfolgreiche Bilanz der vergangenen Jahre verwiesen. Ein Gespräch mit Bezirksvorsteher Andreas Nitsche.
Ein besonderer Schwerpunkt hat auf der Begrünung des Bezirks gelegen. Wie hat sich das ergeben und was ist gemacht worden?
Andreas Nitsche: Trotz der schönen Innenhöfe und der gründerzeitlichen Vorgärten gibt es im dicht bebauten St. Leonhard einen großen Wunsch der Bevölkerung nach mehr Grünraum. Da wollte ich ansetzen. Das wichtigste Projekt des Bezirksrats ist es gewesen, den Ruckerlberggürtel wieder zu einer Allee aufzuwerten, weil die Bäume durch das Parken auf den Wurzeln vielfach abgestorben sind und nicht mehr nachgesetzt worden sind.
Beim Sacré Cœur ist es gelungen, dass nach dem Umbau mehr Bäume nachgesetzt worden sind als davor gefällt worden sind. In den letzten fünf Jahren haben wir im Bezirk so 30 Baumpflanzungen durchgesetzt.
Darüber hinaus sind zahlreiche neue Blühflächen entstanden, unter anderem am Tegetthoffplatz. Bereits in der vergangenen Periode ist am Dietrichsteinplatz das erste ökologische Blühfeld von Graz angelegt worden. Dieses wird nun neugestaltet: Im Herbst sind Entsiegelungsmaßnahmen und zusätzliche Baumpflanzungen vorgesehen. Insgesamt sind so fünf neue Blühfelder entstanden. Die pflegeextensiven, blühenden Stauden- und Gräserbeete verschönern nicht nur das Stadtbild, sondern haben auch einen großen ökologischen Wert gehabt. Beispielsweise ist die Anzahl der Bienenarten am Dietrichsteinplatz laut einer Studie der Uni Graz von einer einzigen auf 16 gestiegen.
Auch der Herzgarten bei der Herz-Jesu-Kirche sowie die Begrünung im Park in der Rechbauerstraße sind durch den Bezirksrat unterstützt worden.
Haben Verkehrsfragen eine Rolle gespielt?
Nitsche: Der größte Wurf ist tatsächlich das Anwohnerparken gewesen, das nach langem Druck von uns endlich auch im Herz-Jesu-Viertel umgesetzt worden ist. Es ist mir aber auch gelungen, durch kleinteilige Maßnahmen mehr Parkraum zu schaffen. In Summe sind es 18 neue Parkplätze gewesen, die in guter Zusammenarbeit mit dem Straßenamt umgesetzt worden sind.
Im Verkehrsbereich sind es vor allem vermeintliche Kleinigkeiten gewesen, mit denen sich Menschen an mich gewandt haben. Zum Beispiel ist es gelungen, dass bei der Umgestaltung der Maiffredygasse wichtige Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigt worden sind. So ist unter anderem eine Ladezone für Anrainer geschaffen worden.
Die neue Schulstraße in der Nibelungengasse ist auf den gemeinsamen Einsatz von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Bezirksrat zurückgegangen. Erstmalig in Graz sind darüber hinaus aufgrund einer Idee des Bezirksrates bei einem Neubau am Areal des Sacré Cœur rund 30 Tiefgaragenplätze speziell für Anrainerinnen und Anrainer geplant gewesen.
Und für den Rad- und Fußverkehr?
Nitsche: Auch für Radfahrerinnen und Radfahrer haben Verbesserungen erreicht werden können. So ist die Situation im Bereich Schillerstraße/Lessingstraße verbessert worden und eine Vielzahl neuer Radabstellanlagen ist errichtet worden. Im Herz-Jesu-Viertel sind weitere Verdichtungen geplant, darunter Lastenradabstellplätze, ohne dass Parkplätze verloren gehen. Ein wichtiges Anliegen für die Zukunft ist die Errichtung eines Radwegs in der Mandellstraße zwischen Alter und Neuer Technik sowie einer Anrainergarage auf dem Gelände der TU gewesen. Dort ist es wirklich sehr eng gewesen. Abgebrochene Seitenspiegel oder Stürze sind wieder einmal vorgekommen. Durch ein solches Projekt, das sich die TU seit vielen Jahren wünscht, könnten die Anwohner ihre Autos in der Garage parken und damit gäbe es mehr Platz für die Busse und Fahrräder. Das würde endlich auch die Verbindung zwischen den beiden Standorten herstellen.
Beim Sacré Cœur hat beispielsweise die Schulwegsicherheit auf unsere Initiative hin verbessert werden können, ein Pedibus-Projekt ist unterstützt worden und nach über 20 Jahren Einsatz für einen Gehweg in der Pauluzzigasse sind wir optimistisch, dass er zeitnah umgesetzt wird.
Foto: © Fratz Graz
In St. Leonhard wohnen auch viele Familien. Was hat der Bezirksrat für sie getan?
Nitsche: Das Wichtigste: Stadtrat Hohensinner hat die Parkbetreuung von Kindern in den Sommerferien, die sich über viele Jahre wirklich bewährt hat, einstellen wollen. Wahnsinn! Zusammen mit meinem Bezirksvorsteherkollegen aus Geidorf, Hanno Wisiak, ist gelungen, das abzuwenden. Die neue Jugendstadträtin Claudia Unger hat zum Glück eingesehen, wie wichtig das ist. Die „Parks in Action“ werden nun weiterhin zur einen Hälfte vom Bezirksrat und zur anderen Hälfte vom Amt für Jugend und Familien finanziert.
Darüber hinaus hat der Bezirksrat den Ausbau des öffentlichen Spielplatzes der Pfarre St. Leonhard gefördert und hat die Neugestaltung des Spielplatzes am Felix-Dahn-Platz erreicht. Gemeinsam mit Fratz Graz ist zudem ein Kinderstadtteilführer für St. Leonhard herausgegeben worden. Dieser liegt im Karmeliterhof und in der Servicestelle in der Stiftingtalstraße 3 auf.
Gibt es sonst noch etwas, das sich getan hat?
Nitsche: Ja. Die Situation rund um den Kaiser-Josef-Platz nach 23 Uhr hat durch den Einsatz eines Mediators beziehungsweise Türstehers spürbar verbessert werden können. Außerdem haben die KPÖ-Bezirksrätinnen Alexandra Kahr und Viktoria Dinius jährlich Stolperstein-Reinigungen sowie einen Frühjahrsputz im Bezirk organisiert.
Es ist jedenfalls kein Anliegen zu klein gewesen – vom Zebrastreifen über Fahrradständer oder Behindertenparkplätze bis hin zu Ruhestörungen von Lokalen. Wer ein Anliegen hat, hat sich immer an mich oder die Kolleginnen der KPÖ wenden können. Wir haben in den meisten Fällen Lösungen gefunden.
Veröffentlicht: 10. Juni 2026