Förderansuchen: Stadt Graz kann Mittel freigeben
Der Stadt Graz ist es gelungen, die finanziellen Mittel bereitzustellen, um 80 Prozent des noch offenen Fördervolumens für das Jahr 2026 zur Auszahlung bringen zu können; für die Sportdachverbände können 300.000 Euro bereitgestellt werden.
Im September musste die Stadt bei neuen Förderansuchen, die von den zuständigen Stadträt:innen noch nicht in den Stadtsenat eingebracht worden waren, die Pause-Taste drücken. (Alle Infos dazu hier.) Grund dafür war eine kurzfristige Belastung der städtischen Liquidität, insbesondere durch höhere als erwartete Pflichtausgaben im landesgesetzlichen Bereich.
Nun kann aufgeatmet werden. „Trotz der angespannten finanziellen Lage können wir den Großteil der offenen Förderansuchen ermöglichen. Das ist ein wichtiges Signal für die Grazer Vereine, Initiativen und Organisationen, die meist ehrenamtlich unsere Stadt zu dem machen, was sie ist“, so Finanzstadtrat Manfred Eber. „Nun liegt es an den jeweils zuständigen Stadträtinnen und Stadträten, im Rahmen der verfügbaren Mittel die entsprechenden Förderentscheidungen zu treffen und die Auszahlungen zu veranlassen.“
Sonderförderung für Sportdachverbände ASKÖ, ASVÖ und SportUnion
Zusätzlich stehen auch 300.000 Euro für die Sportdachverbände zur Verfügung. Diese betreiben unter anderem mehrere Sportstätten in Graz und sind aufgrund der Teuerung mit stark gestiegenen Betriebskosten konfrontiert. Um den Betrieb der Grazer Sportstätten abzusichern, unterstützte die Stadt die ASKÖ, ASVÖ und SportUnion bereits 2025 mit zusätzlich rund einer Million und im heurigen Jahr mit weiteren 500.000 Euro. Nun werden zusätzlich 300.000 Euro bereitgestellt. Da die Sportstätten auch ein über Graz hinausreichendes Einzugsgebiet haben, führten Vertreter:innen der Stadt Graz bereits im März 2026 Gespräche mit dem Land Steiermark über eine gemeinsame finanzielle Verantwortung für den Erhalt der Sportstätten. Eine Rückmeldung steht bislang aus.
80 Prozent des Fördervolumens stehen zur Verfügung
Förderansuchen werden von Vereinen, Initiativen, Unternehmen oder Privatpersonen beim jeweils zuständigen Amt eingebracht, dort geprüft und anschließend vom jeweils zuständigen Stadtrat/Stadträtin dem Stadtsenat zur Beschlussfassung vorgelegt.
Diese sowie alle weiteren bis Mitte Oktober hinzugekommenen Förderansuchen wurden von den Ressorts in Listen zusammengefasst. Insgesamt ergab sich daraus ein angesuchtes Fördervolumen von rund 3,8 Millionen Euro. Nach Bereinigung der eingereichten Listen, unter anderem um Förderansuchen, die erst das Jahr 2027 betreffen, und in Rücksprache mit der Finanzdirektion zeigt die aktuelle Liquiditätsplanung, dass für das Jahr 2026 noch rund 3 Millionen Euro für Förderungen zur Verfügung gestellt werden können.
Damit können finanzielle Mittel in Höhe von rund 80 Prozent des ursprünglich angesuchten Fördervolumens sowie 300.000 Euro für die Sportdachverbände bereitgestellt werden. Die Entscheidung über die einzelnen Förderansuchen und deren Höhe liegt bei den zuständigen Stadträt:innen.
Gemeinden in finanziellen Schwierigkeiten
„Ohne die zusätzlichen Belastungen durch Bund und Land in den letzten Jahren wäre das Budget nahezu ausgeglichen. Doch so sind wir zu Maßnahmen gezwungen, die unter anderen Rahmenbedingungen nicht notwendig wären“, betont Eber. Die Städte und Gemeinde in Österreich stehen unter erheblichem Druck. In Graz verschärfen geerbte Schulden und die österreichischen Benachteiligungen im Finanzausgleich die Situation. Eine nicht ausreichend gegenfinanzierte Steuerreform des Bundes aus dem Jahr 2022 sowie das Steiermärkische Sozial- und Pflegeleistungsfinanzierungsgesetz (StSPLFG) aus dem Jahr 2023 stellen vor allem die steirischen Landeshauptstadt auf die Probe.
Veröffentlicht: 6. November 2026