30-Stunden-Crashkurs für den Kindergarten?!

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Die Seite der Aufgabenbeschreibungen des Kigapersonals ist auf der Homepage des Landes aktuell „in Bearbeitung“. Zufall?

Die Pläne der Landesregierung, die Ausbildung von KindergartenpädagogInnen von mehreren Jahren auf 30 Stunden zusammenzukürzen, schockieren KPÖ-Gemeinderat Horst Alic: „Nach 30 Minuten Radiohören ist man ja auch kein Musiker!“

Der Nachwuchsmangel an Fachkräften in unseren Kindergärten gibt seit Jahren zu denken. Bei der neuesten Idee der Landeskoalition scheint man allerdings nicht viel nachgedacht zu haben. Anstatt den Beruf attraktiver zu machen, verzichtet man lieber auf Kompetenz und Ausbildung. Geht es nach ÖVP und SPÖ, reichen nunmehr 30 Stunden Ausbildung, um Kindergärtnerin zu werden.

„Das freut sicher alle, die fünf Jahre BAKIP (neu „BAfEP“, Anm.) gemacht haben“, bemerkt KPÖ-Gemeinderat Horst Alic nicht ohne Sarkasmus. „30 Minuten Radiohören machen ja auch keinen zum Musiker.“

Schleichend wurden bereits in den letzten Jahren Aufgaben und Verantwortung der KindergartenpädagogInnen immer mehr. „Dem Anstieg der Anforderungen mit einer Abwertung der Ausbildung zu begegnen, ist nichts anderes als eine Frechheit. Wo bleibt die Wertschätzung für einen der wichtigsten Berufe in unserer Gesellschaft?“, fragt Alic.

„Singen, basteln und bei Bedarf ins Winkerl stellen. Das bleibt dann statt dem Auftrag, unsere Kinder auf ihrem Weg zu begleiten und individuelle Bildungsangebote zu setzen. Wir nennen Kindergärten Bildungseinrichtung, aber SP und VP machen sie mit diesem Gesetz zur Aufbewahrungsstätte.“

Der KPÖ-Gemeinderat ist schockiert darüber, dass die Krise als Ausrede für einen weiteren Schritt zurück verwendet wird. „Unsere KindergartenpädagogInnen verdienen mehr als schöne Worte. Sie brauchen die bestmögliche Ausbildung und Arbeitsbedingungen. Nur so ist der Kindergarten das, was wir unseren Kindern wünschen. Es ist Aufgabe der Politik, das Arbeitsumfeld der Elementarpädogogin/des Elementarpädagogen so attraktiv (kleine Gruppen!) zu machen, dass junge Leute wieder gerne diesen Beruf ergreifen wollen und nach der Ausbildung auch bleiben, um die Kinder gerne und dadurch gut ins Leben begleiten. Dazu bedarf es echter und ernst gemeinter Wertschätzung und längerfristigen Denkens“, betont Alic.

Ist es ein Zufall, wenn jetzt gerade auf der Homepage des Landes die Seite der Aufgabenbeschreibungen des Kigapersonals „in Bearbeitung“ ist?

7. Oktober 2020