80 Jahre Reichspogromnacht

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Auch in Graz haben die Nazis die Synagoge niedergebrannt. Angezündet hat sie der damalige Grazer Bürgermeister Julius Kaspar. Foto: IKG Graz

„Reichskristallnacht“ nannten die Nazis zynisch ihre Pogrome, die sie in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 veranstalteten. Auch in Graz brannte die Synagoge. Dass die Terror-Aktionen kein „spontaner Ausbruch des Volkszorns“ waren, wie von den Nazis behauptet, sondern von langer Hand geplant, ist heute längst erwiesen.

„Diese dunklen Seiten der Geschichte dürfen wir nicht vergessen“, sagt die Grazer KPÖ-Stadträtin Elke Kahr. „Und es gilt, Lehren aus der Geschichte zu ziehen.“

„Leben einzeln und frei
wie ein Baum und dabei
brüderlich wie ein Wald,
diese Sehnsucht ist unser“,

heißt es im letzten Vers eines der berühmtesten Gedichte des türkischen Dichters und Dramatikers Nâzım Hikmet, das von Hannes Wader später vertont wurde.

Diese Zeilen kommen Stadträtin Elke Kahr anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht in den Sinn. „Das Lied erinnert daran, dass alle Menschen eine gemeinsame Sehnsucht haben, nämlich die, frei und trotzdem in Gemeinschaft zu leben. Es ist unser aller Aufgabe, uns dieser gemeinsamen Sehnsucht bewusst zu bleiben und gegen Dummheit, Spaltung, Hass und Gewalt aufzutreten.“

Nächste Woche, am Samstag, den 17. November, feiert die KPÖ als älteste durchgehend bestehende Partei Österreichs ihr hundertjähriges Jubiläum mit einem umfangreichen Kulturprogramm. Teil des Programms wird ein Streifzug durch die bewegte Geschichte der KPÖ sein, der die Rolle der KPÖ als Kraft, die gegen das Hitler-Regime und seine schrecklichen Auswirkungen in unserer Gesellschaft aufgetreten ist, deutlich macht. 

„Die KPÖ war und ist die politische Kraft, die sich stets gegen nationalsozialistische Strömungen und Unterdrückung eingesetzt hat“, so Kahr. „Viele ihrer Mitglieder und Anhänger mussten haben dafür ihr Leben gelassen.“

9. November 2018