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Anspruch auf gerechte Gesundheitsversorgung erheben!

Solidarität ist das Gebot der Stunde

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Wenn man die mediale Berichterstattung der letzten Wochen über die Entwicklungen im Gesundheitsbereich nicht vorsichtshalber überblättert oder sicherheitshalber weg hört, so kann einem durchaus bange werden.

Freitag, 4. März 2016, Kleine Zeitung, „Erste Hilfe für das Gesundheitssystem“: von „weniger ÄrztInnen bei gleichem Arbeitspensum“, von „nicht genügend ÄrztInnen um alle freien Stellen besetzen zu können“ ist die Rede. Wir erfahren, dass zehn oder sieben von 15 steiermärkischen Spitälern erhalten bleiben sollen.

Samstag, 20 Feber 2016, Kleine Zeitung: Warnungen seitens der Radiologin, Univ. Prof. Dr. Karin S. Kapp vor Schichtbetrieben und den wachsenden Personalproblemen am Strahlentherapiezentrum im LKH Graz, von den zu langen Wartezeiten für StrahlentherapiepatientInnen, dass zu wenige PatientInnen überhaupt therapiert werden können. 
Dank des Einsatzes der engagierten Medizinerin und auch der Patientenanwaltschaft kommen diese Fakten überhaupt an die Öffentlichkeit.

Samstag, 29. Feber 2016, Journale auf Ö1: Im gesamten Bundesgebiet ist kinderfachärztliche Unterversorgung zu beklagen, viel zu lange Wartezeiten in den Ambulanzen, zu wenige KinderfachärztInnen, die an Wochenenden freiwillig ordinieren können oder wollen, immer mehr KinderwahlärztInnen, die im Gegensatz zu den Kassenärzten kosten.

Bei diesen sorgenvollen Entwicklungen bleibt zu hoffen, dass es

zum Ersten gelingt, in den strukturschwachen, ländlichen Gebieten genügend geeignete Versorgungszentren einzurichten! Die mehr als bedenklichen Folgen der Abwanderung aus den Peripherien – Spitäler bedeuten allemal sichere Arbeitsplätze – sind scheinbar bei den Berechnungen für die zukünftigen Einsparungsvorhaben nicht einkalkuliert. Nackte Zahlen haben eben ihre Tücken.

Zum Zweiten sollten zum Wohle schwerkranker PatientInnen die Rettungspläne für das Strahlenzentrum in Graz bald ausgearbeitet sein, denn bei manchen Tumorerkrankungen zählt jeder Tag, an dem die Therapie erfolgen kann. Aber auch jeder Tag, an dem sie ausfällt.

Zum Dritten kommt das immer stärker werdende soziale Ungleichgewicht deutlich zu Tage: Es ist keinesfalls zu tolerieren, dass Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien in unserem reichen Land nicht gleich rasch und im gleichen Umfang zur notwendigen medizinischen Betreuung gelangen, wie Kinder gut situierter Eltern.

Die bevorstehenden Veränderungen durch Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich werden speziell Frauen ein Mehr an Kosten, weitere Anfahrtswege, längere Wartezeiten und damit mehr Schwierigkeiten um unsere Arbeitsplätze herum zur Folge haben. Die wenigsten von sind stark genug, diese Herausforderungen alleine zu stemmen.

Solidarität ist das Gebot der Stunde!
Jeden Anspruch auf Gesundheitsversorgung erheben! 


 

9. März 2016