Aus dem Quarantäne-Gemeinderat II - Elke Heinrichs

Leute im direkten Umfeld helfen, Almlieder und ein Gedicht für Ärzte.

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Elke Heinrichs ist Gemeinderätin der KPÖ und vor allem für die Themen Gesundheit und Soziale zuständig.

Als Person nehme ich auch für mich selber einen anderen Takt wahr. Als Gemeinderätin der KPÖ gibt es alle Hände voll zu tun: Im Allgemeinen sowie im persönlichen Umfeld mehr Probleme denn je zuvor!

Zwischendurch - zum Herunterfahren - lerne ich Almlieder, höre Schubert und lese auch Gedichte. - Es ist mir ein besonderes Anliegen hiermit einen Künstler zu ehren, der eine Behindertenwerkstätte im oberen Vinschgau besuchte. Ihm wurde 1993 der Förderungspreis der Goethe-Stiftung in Basel verliehen.


Georg Paulmichl „verdichtete“ ohne Rücksicht auf Konventionen.
Ich widme diese Gedicht meinem 2019 verstorben Cousin Joachim Maria Harpf, nach lebenslang getragener schwerer Behinderung. Und seiner Familie als Dank für ihr Vorbild.


Die Ärzte

Die Ärzte haben Wohnungen und einen Patzen Heu.

Sie müssen alles können.

Sie müssen den Leuten das Essen bringen, sie abwaschen und ihnen die Betten machen.

Es gibt Zahnärzte, Krankenhäuser, Ordensschwestern, und manche Ärzte machen auch elendige Hunde gesund.

Sie müssen die Hochschule, die Universität, den Doktortitel und dann den Arzttitel machen. Dann bekommen sie einen Arztkittel.

Auf Ärztekongressen besprechen sie die Lage der Nation im Todesfalle.

Dort finden sie neue Wissenschaften und errechnen den Bazillus!

Manchmal haben die Leute solche Schmerzen, dass es ihnen weh tut.

Bei diesem Beruf vergeht einem oft das Hören und das Sehen.

Die Ärzte haben in der Tasche AKTEN, AKTEN, AKTEN, AKTEN, AKTEN und AKTEN.


Schon veröffentlicht:
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14. April 2020