Banken kassieren bei den Kleinkunden ab

Nachdem die Banken mit vielen Steuermilliarden gerettet wurden, machen sie wieder Riesengewinne und schnalzen gleichzeitig die Gebühren für ihre Kleinkunden kräftig hinauf.

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Die Serviceleistungen der Banken werden immer geringer: Filialen werden geschlossen, die Beschäftigten sind mit massivem Personalabbau konfrontiert und selbst in Ballungszentren wie Graz gibt es immer mehr Grätzl, an denen die Bankomaten entfernt werden. Gleichzeitig steigen Spesen und Überziehungszinsen ins Unermessliche.

Beispiele gefällig: Die Erste Bank steigerte im Jahr 2018 den Gewinn nach Steuern um 36,75 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro. Die BAWAG machte „nur“ 127 Millionen Euro Gewinn, eine Steigerung um 12 Prozent.

Dafür haben die Geldinstitute ihre Gebühren im Jahresabstand im Schnitt um 4,4 % angehoben.

Laut Bankenmonitoring der Arbeiterkammer Wien waren die Sprünge in einigen Fällen gewaltig. Die RLB NÖ Wien etwa hob die Kosten für Bareinzahlungen auf fremde Raiffeisen-Konten von 3,50 € auf 6,50 € (+86 %) an. Bei der Hypo NOE müssen Kunden nun bei Auszahlungen vom eigenen Konto 2,50 € statt 1,55 € (+61 %) hinblättern, bei beleghaften Buchungen sind es 2,50 € statt 93 Cent (+169 %).

Deutlich teurer wurden zudem Einzahlungen auf Konten bei anderen Banken. Die BAWAG etwa nimmt dafür nun 6,40 € (+18,5 %), die Bank Austria 7,50 € (+7,1 %).

„Es zeigt sich, dass die KPÖ mit ihrer langjährigen Kritik richtig liegt“, sagt die Grazer Stadträtin Elke Kahr. Sie fordert erneut, dem Unwesen auf gesetzlicher Ebene einen Riegel vorzuschieben. Ein Verbot von Bankomatgebühren sei ebenso ein Gebot der Stunde wie die Begrenzung der Überziehungszinsen auf Girokonten. 5 Prozent mehr als der Leitzins der EU-Zentralbank wären angemessen, findet Kahr: „Es darf nicht sein, dass sich die Banken erst mit Steuergeld retten lassen, um dann ihre Bilanzen durch Leistungsabbau und das Auspressen ihrer Kundinnen und Kunden zu reparieren! Es ist unverschämt, wie die Banken abkassieren.“

13. August 2019