Barrierefrei auf den Schloßberg

Gemeinderätin Elke Heinrichs: „Für Menschen mit Behinderung soll der Zugang zum Schloßberglift gratis sein.“

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(c) Jean François Riemer

Laut Rückmeldungen von SL (Selbstbestimmt Leben) und dem Blindenverband nutzen sowohl Menschen mit eingeschränkter Mobilität als auch blinde Menschen die Schloßbergbahn sowie den Schloßberglift. Der Lift als Aufstiegshilfe zum Schloßberg würde aber wegen der einfacheren Zugänglichkeit bevorzugt werden.

„Für finanziell besser gestellte behinderte Menschen stellt die Nutzung des Schloßbergliftes keine große Hürde dar. Ein großer Teil der Menschen mit Behinderung muss aber mit sehr wenig Geld auskommen (Sonderausgaben, Selbstbehalte etc. …)“, weiß Gemeinderätin Elke Heinrichs.

Derzeit kann der Schloßberglift an Veranstaltungstagen von Menschen mit Behinderung gratis genutzt werden (Vorweis der Eintrittskarte, Einsatz des Euroschlüssels für das Drehkreuz).

„Die gilt allerdings nur für Menschen mit Mobilitätseinschränkung!“, sagt Heinrichs. „Für blinde Menschen, welche sonst grundsätzlich mobil sind, gilt diese Regelung jedoch gar nicht“, verweist die KPÖ-Gesundheitssprecherin auf den Umstand, dass es für die Betroffenen oft mit Hektik und Stress verbunden ist, wenn sie eine Veranstaltung am Schloßberg besuchen möchten, was durchaus eine zusätzliche Einschränkung bedeutet!

„Würde blinden Menschen für Veranstaltungen die Fahrt mit dem Lift gratis gewährt werden, müsste aber wiederum im Falle späterer Uhrzeit (Kassa geschlossen) der Euroschlüssel eingesetzt werden.“

Heinrichs wünscht sich daher eine sinnvolle Lösung und einfachere Handbarkeit für alle Betroffenen. „In Anbetracht der Tatsache, dass blinde bzw. in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen auf bestimmte Leistungen angewiesen sind (Transport bergan mit Bahn oder Lift) und es sich um eine vergleichbar kleine Gruppe von Betroffenen handelt, wäre der Einfachheit halber die Gewährung der Gratis-Nutzbarkeit des Schlossbergliftes für alle InhaberInnen eines Behindertenpasses sehr wünschenswert!“, so die Gemeinderätin. Sie wird im Gemeinderat einen diesbezüglichen Antrag stellen.

10. Oktober 2019