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Bekenntnis zu raschem Straßenbahnausbau

Land muss Mittel für Großraum Graz bereitstellen

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Straßenbahnen werden von der Bevölkerung wesentlich besser angenommen als Busse.

Ein klares Bekenntnis zum raschen Straßenbahnausbau in Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs, fordern die Gemeinderäte Manfred Eber und Christian Sikora.

Mainz in Deutschland, aber auch die Österreichischen Städte Linz und Innsbruck, bauen ihre Straßenbahnnetze im großen Stil aus und erhalten dafür Geld von den jeweiligen Ländern. Auf diesen Umstand hat kürzlich die Initiative „Pro Bim“ in einer Aussendung aufmerksam gemacht und zugleich mehr Verantwortung von der steirischen Landespolitik eingefordert. Sikora und Eber sehen die Haltung der Grazer KPÖ bestätigt. "Was in Mainz, Linz und Innsbruck möglich ist, muss auch in Graz rasch in Angriff genommen und sukzessive und konsequent umgesetzt werden", betonen die Gemeinderäte.

Die zweitgrößte Stadt Österreichs wird beim Tramausbau derzeit vom Bund und vom Land Steiermark alleine gelassen, obwohl mehr als die Hälfte aller Steirerinnen und Steirer im Großraum Graz lebt.

Ohne entsprechende politische und finanzielle Unterstützung seitens des Landes werden die anstehenden Straßenbahnprojekte in Graz nicht umsetzbar sein. Insbesondere die im Gemeinderat bereits beschlossene Projekte, wie z. B. die Innenstadtentflechtung, die Südwestlinie nach Don Bosco, die Verlängerungen zu Smart City sowie nach Reininghaus müssen rasch umgesetzt werden.

Gemeinderat Christian Sikora: "Wir müssen jetzt sofort auf eine Zukunft für eine Stadt mit effizienten Straßenbahnlinien setzen, nicht erst dann, wenn es dafür zu spät ist. Jetzt gehört das notwendige Geld in die Hand genommen, doch ohne die beiden Partner Bund und Land wird das Projekt "Straßenbahn Graz" nicht zu stemmen sein!".

Gemeinderat Manfred Eber weist einmal mehr auf das seit Jahren von der KPÖ geforderte Konzept der Nahverkehrsabgabe hin, das nur auf Landesebene beschlossen werden kann, und fügt hinzu: "Die Stadt Graz hat für Machbarkeitsstudien bisher viel Geld ausgegeben. Nur bei einer sofortigen Umsetzung der Projekte wäre dieses Geld im Sinne einer positiven Grazer Straßenbahnzukunft bestens angelegt".

Die Erschließung neuer Öffi-Linien allein mit Bussen lehnen beide Gemeinderäte dezidiert ab. Sie verweisen auf Studien, welche eindeutig belegen, dass Busse wesentlich unwirtschaftlicher und unattraktiver sind und schlechter angenommen werden als Straßenbahnen. Auch kapazitätsmäßig kann ein Bus mit einer Straßenbahn nicht mithalten. Bei entsprechend großen Straßenbahnen kann ein Fahrzeug bis zu drei Busse ersetzen!

30. August 2016