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Beschäftigung: Linz wendet 10 Millionen auf, Graz nur 1,7

Kurt Luttenberger warnt: „Grazer Arbeitslosenzahlen dürfen politisch nicht einfach totgeschwiegen werden“

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Die Grazer Arbeitslosenzahlen im Oktober sind gegenüber dem Vorjahr richtiggehend explodiert, stellt KPÖ-Gemeinderat Kurt Luttenberger fest. Auf vorgemerkte 14.312 Personen gibt es lediglich etwa 3.000 offene Stellen. Auf 408 lehrstellensuchende Grazer Jugendliche kommen nur 110 offene Lehrstellenplätze. Besonders hart trifft Arbeitslosigkeit in Graz ältere Kolleginnen und Kollegen, Menschen mit Migrationshintergrund, ungelernte Arbeitskräfte – und vor allem Jugendliche.

Luttenberger: „Die kommende Bundesregierung wird zwecks Bankenrettung ein Sparpaket schnüren, das nur so scheppert. Für staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme wird wenig Geld vorhanden sein.“

Auch die Kommunalpolitik sei gefordert, so Luttenberger. Er verweist auf die Stadt Linz, die aus ihrem Budget jährlich rund 10 Millionen Euro für Arbeitsprojekte aufwendet, während es in Graz nur 1,7 Millionen sind.

Der KPÖ-Gemeinderat kritisiert schon lange die Politik der Grazer Stadtregierung. Eine Regionalkonferenz zur Erstellung eines Arbeitsplatzkonzeptes – mit WK, AMS, Bundessozialamt, AK, ÖGB sowie Fachleuten – abzuhalten, wie es die KPÖ bereits im Juli im Gemeinderat gefordert hatte, wurde von der ÖVP-SPÖ-FP-Mehrheit abgelehnt. „Sie meint offenbar, dass im Bereich Arbeit und Soziales eh alles im grünen Bereich ist“, schüttelt Luttenberger den Kopf.

„Baukräne alleine in einer Stadt sagen leider noch wenig über Arbeitslosigkeit aus. Es geht darum, alle wichtigen und interessierten Verantwortungsträger zusammenzubringen, um rasch gute und längerfristige Lösungen zu erzielen“, so Luttenberger.

6. November 2013