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Calgary: Volksbefragung verhindert Olympia 2026

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Eine klare Mehrheit von 56,4 Prozent hat sich bei einer Volksbefragung im kanadischen Calgary gegen die Olympischen Spiele 2026 ausgeprochen. Jetzt sind nur noch zwei Städte im Rennen. © Twitter

„Dass es kein 'Olympia ohne Gigantomanie' gibt, davon sind auch in anderen Ländern immer mehr Menschen überzeugt“, sagte KPÖ-Gemeinderat Manfred Eber heute, nachdem bekannt wurde, dass nun auch die Bevölkerung von Calgary sich in einem Referendum mit 56,4 Prozent der Stimmen gegen die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 entschieden hat. Das Ergebnis der Befragung ist ein weiterer Rückschlag für das Internationale Olympische Komitee (IOC). Jetzt sind nur mehr zwei Kandidaten im Rennen für Olympia 2026: Stockholm und Mailand/Cortina d'Ampezzo. Davor waren neben Graz/Schladming bereits Sapporo (Japan) und Sion in der Schweiz ausgestiegen.

Höher als der gesamte Haushalt der Stadt sollten die Ausgaben für Graz ausfallen, wenn die Stadt den Zuschlag für Olympia 2026 bekommen hätte. Dass die Kostenprognosen bei Olympischen Spielen gar nicht halten, beweist nicht nur eine Studie der Universität Oxford aus dem Jahr 2016 (alle Olympischen Spiele bisher kosteten weit mehr als geplant – im Durchschnitt um 179 Prozent), es zeigte sich auch am Beispiel Pyeongchang: Dort wurden aus den geplanten fünf Milliarden schließlich 10 Milliarden an Ausgaben.

Hinzu kommen die direkten finanziellen Auswirkungen solcher sportlichen Großveranstaltungen auf die Bevölkerung vor Ort, etwa höhere Mieten und Grundstückspreise. Allein die WM 2013 in Schladming hat dies mehr als deutlich untermauert: Laut dem Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien, Nikolaus Lallitsch, sind die Immobilienpreise in der Region seither um 30 Prozent gestiegen.

Aufgrund all dieser Fakten hat die KPÖ heuer mehr als 11.000 Unterschriften gegen den Alleingang von Bürgermeister Nagl und für eine Volksbefragung über die Bewerbung der Stadt Graz als Host City für Olympia 2026 gesammelt und damit den Anstoß für den Ausstieg der Stadt Graz aus der Bewerbung gegeben. Trotzdem hatten mehrere Vertreter von ÖVP und FPÖ zuletzt signalisiert, Graz als Bewerber ins Rennen für 2030 zu schicken. „Ich hoffe, dass Bürgermeister Nagl und sein Stellvertreter Eustacchio die Zeichen der Zeit endlich erkannt haben – und dass Olympia in Graz damit endgültig vom Tisch ist.“

Veröffentlicht: 14. November 2018

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