„Chiala Afrika“, „Kicken gegen Rechts“ und „Augartenfest“ müssen weichen

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Der Augarten wird Stück für Stück umgepflügt.

Drei äußerst beliebte Feste, die mit dem Augarten über Jahre verwoben sind, haben heute schlechte Nachrichten erhalten. Das Chiala Afrika Fest, das Kicken gegen Rechts der KJÖ und das Augartenfest der SPÖ dürfen nicht im Augarten stattfinden. Grund: Public Viewing der Fußball-EM in der Murbucht!

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Pikant: Am Sonntag, den 1. März, beteuerte man gegenüber der Kleinen Zeitung im Bürgermeisteramt, dass „noch nichts entschieden“ sei. Doch die Absagen waren da schon auf dem Postweg.

Die drei Feste hatten bereits die fixe Zusage erhalten und wurden heute Vormittag böse überrascht. Im Schreiben der Abteilung für Immobilien heißt es: „[da] im Zeitraum vom 12.06. bis 12.07.2020 ein Public Viewing im Bereich der Augartenabsenkung durchgeführt wird, [werden] keine Veranstaltungen im Augarten stattfinden können. Alle bereits reservierten Veranstaltungstermine werden daher storniert (…)“.

„Das schlägt dem Fass den Boden aus! Bürgermeister Nagl reicht es nicht nur, den beliebten Spielplatz abzutragen und den sozial bestens funktionierenden Park umzupflügen; Nein, er will sogar dem Augarten die Seele rauben. Veranstaltungen, die abseits des Mainstreams für ein Miteinander und nicht profitorientiert sind, werden zu Gunsten von Gastromeilen und Großevents aus dem Augarten rausgeschmissen. Anstatt die Leute, insbesondere die Kinder und Jugendlichen, selber Fußballspielen zu lassen, sollen sie lieber beim „Passiv-Kicken“ ordentlich konsumieren“, so KPÖ-Gemeinderätin Christine Braunersreuther.

Besonders absurd: Das Kicken gegen Rechts, ein jährliches Hobby-Fußball-Turnier der KJÖ mit hunderten TeilnehmerInnen und Gästen, erhielt eine Absage, obwohl es zwei Wochen nach (!) Ende der Fußball-EM stattfindet. „Bürgermeister Nagls Event- und Kommerz-Pläne für unseren Augarten mögen zwar für seine Freunde aus der Privatwirtschaft vorteilhaft sein, aber sicher nicht für die Grazer Bevölkerung. Für uns ist klar: Der Augarten muss ein Park für alle bleiben!“, sagt Simon Gostentschnigg von der Kommunistischen Jugend.

3. März 2020