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City of Design als Blendwerk

KPÖ-Bergmann: „Ankündigung, die Stadt ansprechender zu gestalten, war Lug und Trug!“

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„Gegen eine Förderung von Arbeitsplätzen in der Kreativwirtschaft ist nichts einzuwenden. Das hätte man aber auch ohne Bewerbung um den Titel ‚City of Design‘ machen können.“ Das sagte KPÖ-Klubobfrau Ina Bergmann bezugnehmend auf den jüngsten Prüfbericht des Stadtrechnungshofes. Bergmann konstatiert daher: „Die Bewerbung um den Titel ‚UNESCO – City of Design‘ war reines Blendwerk.“

Die Klubobfrau verweist auf Seite 13 im Prüfbericht: Dort wurden als Projektschwerpunkte lt. Bewerbungsunterlagen u. a. angeführt: „Graz-Reininghaus (Stadtentwicklung eines neuen Stadtviertels), Aktuelle Achitektur (Mehrwert von qualitätsvoller Architektur), Infrastruktur (Koralmbahn, bis 2016 S-Bahn im Großraum Graz mit modernen Niederflurzügen im 15-Minuten-Takt), Design und öffentlicher Raum (Gestaltung der städtischen Benutzeroberfläche…), Design in allen Lebenslagen (bewusste Gestaltung aller Lebensbereiche, eigene Lebensumgebung nachhaltig verbessern)…“

Und im Grundsatzbeschluss des Gemeinerats vom 23. 4. 2009 hieß es noch:„…Design soll in allen Lebensbereichen sicht- und spürbar werden und zwar nicht als rein ästhetischer Faktor, sondern als wichtiges Element, das die Umwelt und den Alltag für die Menschen einfacher und lebenswerter macht.“

„All diese Vorhaben wurden mittlerweile ad acta gelegt, und aus dem City-of-Design-Projekt ein reines Wirtschaftsförderungsprojekt geworden“, so Bergmann. Sie erinnert auch daran, dass erst kürzlich eine Designer-Haltestelle abgerissen wurde, und dass auch das Thema Stadtmöblierung in Zusammenarbeit mit der Holding offenbar kein Thema mehr ist. „Die Ankündigung, die Stadt im Interesse der Bevölkerung ansprechender zu gestalten, war schlicht und einfach Lug und Trug!“, resümiert die Klubobfrau.

Die KPÖ hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass die Kreativwirtschaft auch ohne eine Bewerbung um den City-of-Design-Titel und die damit verbundenen immensen Kosten gefördert werden könne.

25. April 2014