Covid-Impfen in der Steiermark – Wo bleibt der Fahrplan?

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„Monatelang hat man den Menschen Hoffnung gemacht – aber keine Planungen getroffen“, kritisiert der Grazer Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ). Der Informationsmangel führt zu großer Verunsicherung bei den betroffenen Menschen und ihren Angehörigen. (Foto: Steven Cornfield, Unsplash)

Acht Bundesländer haben einen Fahrplan zur Covid-Impfung. In Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Vorarlberg kann man sich bereits voranmelden, im Burgenland ist das ab dem 22. Jänner, in Tirol, Salzburg ab dem 1. Feber möglich, in Kärnten die Termine für die über 80-Jährigen schon ausgebucht. „Nur in der Steiermark gibt es nicht nur keine Möglichkeit der Vorerfassung, sondern auch noch keinen kommunizierten Termin oder Zeitplan, ab wann dies möglich sein wird“, kritisiert der Grazer Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ).
 

Mit Fahrplan und Informationen gegen Verunsicherung

Das führt zu großer Verunsicherung bei den betroffenen Menschen und ihren Angehörigen. „Täglich wenden sich unzählige Menschen an ihre Ärztinnen und Ärzte, die städtische Impfstelle oder mein Büro, um Informationen zu erhalten. Viele sind richtig verzweifelt. Auch uns fehlen nach wie vor detaillierte Informationen. Und das ist beschämend“, so Krotzer: „Monatelang hat man den Menschen Hoffnung gemacht – aber keine Planungen getroffen.“

Es fehlen auch noch die Informationen, wann die erprobte Impfstelle der Stadt Graz eingesetzt wird und wann Impfstraßen eingerichtet werden, wie sie im Juni bereits erfolgreich für die FSME-Impfung stattgefunden haben. „Wir sind bereit“, betont der Stadtrat, „aber für die direkte Abwicklung und ihre Vorbereitungen brauchen wir und alle steirischen Gemeinden Informationen vom Land – je schneller desto besser.“

Für ihn ist es höchste Zeit, dass die steirische Landesregierung – über drei Wochen nach den ersten Covid-Impfungen – der Bevölkerung einen Fahrplan nennt: „Wie viele Menschen habe auch ich Verständnis dafür, dass die Einrichtung einer Homepage oder Telefonzentrale Zeit in Anspruch nimmt, aber man soll den Steirerinnen und Steirern sagen, wann sie damit rechnen können.“
 

Alle Bundesländer sind schneller als die Steiermark

Krotzer erinnert an eine Aussage von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, der am 8. Jänner als Vorsitzender der Landeshauptleute-Konferenz erklärte: „Unser aller Ziel ist es, dass die Impfungen schnellstmöglich bei jenen ankommen, die sie dringend brauchen. Bund und Länder sind bestrebt, so rasch wie möglich zu impfen und nichts in Lagern liegen zu lassen. Als Bundesländer nehmen wir gerne die Koordinierung der Impfdosen, die wir bekommen, in die Hand.“ Mittlerweile sind alle Bundesländer deutlicher schneller, als die Steiermark. Höchste Zeit, dass sich das ändert!

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Robert Krotzer ist Stadtrat für Gesundheit und Pflege in Graz.

Kontakt: robert.krotzer@stadt.graz.at
Tel.: 0316 872-2070

18. Januar 2021