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„Danke an alle, die Menschen pflegen!“

Der 12. Mai ist der Welttag der Pflege. Ein Kommentar von Robert Krotzer, Stadtrat für Gesundheit und Pflege in Graz

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„Viele Beschäftigte leisten Großartiges – und arbeiten am Limit.“ Daran erinnert der Grazer Gesundheits- und Pflegestadtrat Robert Krotzer (KPÖ).

Das Thema Pflege wird ein immer drängenderes. Beschäftigte und Angehörige leisten Beeindruckendes. Die Pflege von alten Menschen ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, die auch schwer sein kann. Vielen ist leider viel zu wenig bewusst, was hier jeden Tag geleistet wird.

Kapitalistische Profitmacherei ist in der Pflege fehl am Platz. Denn: optimale und fürsorgliche Betreuung der Menschen auf der einen Seite und gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten auf der anderen bedingen einander. Für die KPÖ ist die Pflege alter und kranker Menschen ein soziales Grundrecht.

Dringend nötig sind daher:
- Mehr Personal,
- bessere Arbeitsbedingungen und
- eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich.

Eine Entlastung der Beschäftigten in der Pflege führt schließlich auch dazu, dass mehr Zeit für die zu pflegenden Menschen bleibt.

Viele Beschäftigte leisten Großartiges – und arbeiten am Limit. Gute Arbeitsbedingungen und faire Gehälter wirken sicher besser gegen Personalmangel, als jede Image- und Werbekampagne.


80 Prozent der zu pflegenden Menschen lebt zuhause. Von ihnen nimmt die Hälfte in der einen oder anderen Form mobile Dienste in Anspruch. Geht es nach der KPÖ, müssen sie ausgebaut werden. Es ist wichtig, dass man so lange es möglich ist, zuhause bleiben kann. Deshalb ist es so wichtig, auch Angebote zu schaffen, die pflegende Angehörige entlasten. Man darf nicht vergessen, wieviel Fürsorge von Verwandten, meist Frauen, geleistet wird. Sie gehen dabei oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Damit niemand gezwungen ist, in ein Pflegeheim zu gehen, nur weil er sich die mobilen Pflegedienste nicht leisten kann, hat die Stadt Graz ein Zuzahlungsmodell entwickelt. Mit dem Grazer Modell ermöglichen wir es pflegebedürftigen Menschen, in der vertrauen Wohnumgebung zu bleiben. Den Betroffenen bleibt nämlich die Höhe der Mindestpension von 885 Euro erhalten – unabhängig vom Betreuungsausmaß (Hauskrankenpflege, Pflegeassistenz oder Heimhilfe), das sie zuhause in Anspruch nehmen.


Seit 2015 gibt es die Pflegedrehscheibe der Stadt Graz. Sie ist die Anlaufstelle für sämtliche Fragen zum Thema Pflege.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegedrehscheibe nehmen sich nicht nur kompetent und unbürokratisch aller Fragen an, sondern können als Behörde auch umgehend tätig werden, wenn es Verdachtsfälle von Missständen gibt. Auch ihnen möchte ich heute danken!

12. Mai 2019