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Drogen: Für verantwortungsvolle und konstruktive Vorgangsweise

Monogioudis (KPÖ) kritisiert Wahlkampfausrutscher von Bgm. Nagl

Bürgermeister Siegfried Nagl fordert in der heutigen Ausgabe der Zeitung Österreichdie Einführung von Zwangstherapien für Drogenabhängige. Gesundheits-Stadträtin Wilfriede Monogioudis weist darauf hin, dass zwangsweise durchgeführte Therapie-Maßnahmen rechtlich nicht möglich und fachlich auch sinnlos wären. Sie fordert Bürgermeister Nagl im Gegenzug auf, mehr Personal und Finanzmittel für Drogenprävention und eine bessere Begleitung und Betreuung von drogenabhängigen MitbürgerInnen zur Verfügung zu stellen.

Der Vorschlag von Bürgermeister Nagl, Substitutions-PatientInnen zwangsweise einer Abstinenztherapie zuzuführen, ist aus fachlicher Sicht unsinnig und aus rechtlichen Gründen auch gar nicht möglich. kritisiert die Grazer Gesundheits-Stadträtin Wilfriede Monogioudis. Auch wenn nun offensichtlich der Gemeinderatswahlkampf eröffnet wird, so warne ich davor, mit Drogen billige Politik zu machen. Vielmehr sollten wir den bisherigen Weg der verantwortungsvollen und konstruktiven Vorgangsweise in diesen Fragen nicht verlassen. so Stadträtin Monogioudis

Stadträtin Monogioudis fordert Bürgermeister Nagl vielmehr auf, die freiwerdenden Dienstposten im Bereich des Gesundheitsamtes nach zu besetzen. Seit Monaten bleibt beispielsweise ein Nachbesetzungsantrag für die Stelle eines Amtsarztes, der schwerpunktmäßig Substitutions-KlientInnen betreuen sollte, unbeantwortet. "Hier erwarte ich mir endlich Taten des Bürgermeisters, der bekanntlich auch Personal-Stadtrat ist. Wir brauchen Mittel um den Kontaktladen auszubauen, wir brauchen die nötigen Personal-Nachbesetzungen, das heißt konkret Geld und Personal. Billige Wahlkampfrhetorik auf Kosten der Betroffenen ist hingegen wenig hilfreich" schließt die KPÖ-Stadträtin.

18. Oktober 2006