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Drogenpolitik: Monogioudis begrüßt Haltungsänderung der ÖVP

Konsumräume sind Einrichtungen, die mithelfen, die Zahlen der Todesfälle aufgrund von Überdosierungen zu verringern.

Aufgrund der Äußerungen des ÖVP-Sicherheitssprechers Eduard Hamedl in der heutigen Ausgabe der Kleinen Zeitung wird offensichtlich, dass die ÖVP ihre Haltung in der Drogenpolitik geändert hat. "Es ist erfreulich, dass die ÖVP offensichtlich einen realitätsnäheren Weg gehen möchte und sich neuerdings vorstellen kann, über die Einrichtung von Konsumräumen zu reden." so die Stadträtin.

Erhebung zeigt deutlich Bedarf an Konsumraum
Konsumräume sind Einrichtungen, die mithelfen, die Zahlen der Todesfälle aufgrund von Überdosierungen zu verringern. Derartige Stellen bestehen bereits in mehreren deutschen und Schweizer Städten und zeigen deutlich positive Effekte.

In einer Befragung unter Drogensüchtigen im Frühjahr d.J. erhob das Grazer Gesundheitsamt den Bedarf nach einer solchen Einrichtung. Die Ergebnisse dieser Befragung, an der 100 Personen teilnahmen, zeigen, dass 90,5 % der Befragten einen Bedarf für einen Konsumraum in der Stadt Graz sehen. Rund 74 % der Befragten können sich selbst vorstellen, diese Einrichtung für den Zweck des Drogenkonsums aufzusuchen.

Derzeit gibt es in Graz den Kontaktladen sowie die daran angeschlossenen Streetworker in der Orpheumgasse, die konkrete medizinische, alltagspraktische und psychosoziale Unterstützung anbieten.

Notwendige Finanzierung
"Wir wissen" so Stadträtin Monogioudis, "dass viele Menschen in der Stadt Graz offensichtlich in öffentlichen Anlagen und insbesondere in Toiletteanlagen Substanzen intravenös konsumieren. Das tun sie unter bedenklichen Bedingungen; aus hygienischen und gesundheitlichen Gesichtspunkten ist daher die Einrichtung eines Kontaktladens dringend notwendig. Daran knüpft sich natürlich auch die Bereitstellung der entsprechenden Finanzmittel." schließt die Stadträtin.

22. November 2006