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Eggenberger Allee: Verzweifelte Mieter

KPÖ-Wohnungsstadträtin Elke Kahr bietet konkrete Hilfe

Schluss mit lustig!
Weil sich Grazer Mieter gegen die Kündigungen wehrten, ließ der Vermieter einfach die Fernwärme abdrehen. Die Kinder mussten seit Herbstbeginn frieren.

Wirbel um aufgekündigte Mietverträge
Bereits im Sommer sollten sieben Familien (die meisten davon haben Kleinkinder) ihre Wohnungen in der Grazer Eggenberger Allee 3 geräumt haben. Die Begründung: Das Haus müsse umfassend saniert werden! "Für uns ist das kein Grund auszuziehen", ärgert sich Vioara Haber, eine der Mieterinnen. Und betonte weiter: Da wir gegen diese Kündigungen ankämpften, wurde uns einfach die Fernwärme abgedreht. Die Folge: Vor allem die vielen Kinder im Haus aber auch wir Erwachsenen wurden auf Grund der Kälte krank. Nur dicke Teppiche als Fensterabdeckung haben das Gröbste verhindert. Erst als wir im Büro der Wohnungsstadträtin vorstellig wurden, kam Bewegung in die Sache. Die schaltete nämlich sofort das Schlichtungsamt ein. Seit dem vergangenen Wochenende ist die Heizung wieder aufgedreht und wir konnten in diesem Jahr zum ersten Mal heizen!

Wir wollen mit den Mietern eine gütliche Regelung, erklärt uns von der Vermieterseite Helene Stauchner (MGI Vermietungen GmbH). Und sie stellt klar: "Es ist richtig, das Haus muss saniert werden." Die Heizung sei zwar wieder an, aber die Mieter müssen mit einem neuen Kündigungstermin rechnen.

Hilfe erhalten die verzweifelten Mieter allerdings von der Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr (KP). "Es ist einfach eine üble Methode, die Mietparteien so aus dem Haus ekeln zu wollen. Die Kündigungen sind ungültig. Wir werden den Mietern alle rechtlichen Möglichkeiten zur Verfügung stellen", so Kahr. Und sie appelliert: "In solchen Fällen auf keinen Fall etwas unterschreiben! Jeder kann sich bei uns im Büro oder bei einer Mieterorganisation Rat holen!"

(Der neue Grazer, 23. 11. 05)

25. November 2005