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Ein schwerer Verlust

Nachruf auf Alfred Kolleritsch (1931-2020)

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Alfred Kolleritsch (r.) mit Literaturnobelpreisträger Peter Handke bei der 50-Jahrfeier der Zeitschrift manuskripte. (Copyright: wikipedia/Dnalor_01)

„Der Tod von Alfred Kolleritsch ist ein schwerer Verlust für die Literatur und für die Kultur des demokratischen Zusammenlebens in unserem Land. Die ehrenvollen und mitfühlenden Nachrufe, die ihm fast alle politischen Verantwortungsträger widmen, hat er in seinem langen Leben mehr als verdient“, das stellte die Grazer KPÖ-Stadträtin Elke Kahr am Samstag fest.

Diese Anerkennung hat es nicht immer gegeben. Am Beginn seines Wirkens als Organisator des literarischen Lebens in Graz und darüber hinaus standen erbitterte Kämpfe um die Durchsetzung eines anderen Blickes auf Dichtung und Gesellschaft, als sie damals in der Steiermark vorherrschend war.


Er hatte ein feines Gespür für die Restbestände des braunen Ungeists in den zu dieser Zeit noch dominierenden Kulturzirkeln. Das Eintreten gegen Deutschnationalismus und rechtsextreme Tendenzen war für ihn Zeit seines Lebens wichtig.


Alfred Kolleritsch öffnete das forum stadtpark und die Zeitschrift manuskripte in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts für die damaligen progressiven Strömungen, die auch für Veränderungen in der Gesellschaft eintraten.


Dafür werden wir ihn immer in Erinnerung halten.

2. Juni 2020