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Elke Kahr: Pflegediskussion darf nicht zu neuen Belastungen führen

Alle Menschen haben Recht auf würdige Betreuung

„Ich fürchte, dass die hitzige Diskussion um die großen Probleme bei der Pflege älterer und behinderter Menschen ausgeht wie das Hornberger Schießen. Vor der Wahl rauchen die Köpfe der Parteistrategen und man macht schöne Papiere. Nach der Wahl setzt man den Rechenstift an und wälzt die Kosten für die Pflege einseitig auf die Angehörigen ab.“ Das sagt die Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) in einer Stellungnahme zur Pflegediskussion, die in der aktuellen Ausgabe der Stadtzeitung „Grazer Stadtblatt“ erschienen ist.

Elke Kahr: „Schon jetzt ist es so, dass man Angst davor haben muss, wenn die Eltern plötzlich nicht mehr allein auf sich schauen können. Alles wird zu einer Frage des Geldes.
Und während anderswo die Milliarden fließen und einige wenige nicht mehr wissen, wohin mit dem Reichtum, kann das Leid eines nahen Verwandten die Lebensverhältnisse der Familie negativ beeinflussen oder diese gar in existenzielle Probleme stürzen.
Jetzt redet man von Pflegeversicherung und von Pflegefonds. Ich meine, dass es eine Aufgabe der Gesellschaft ist, für einen würdigen Lebensabend aller Menschen zu sorgen. Man muss in den Budgets Vorsorge dafür treffen und nicht den Menschen Versicherungsmodelle aufschwatzen, von denen in erster Linie die Versicherungsgesellschaften profitieren.
Und man darf auch nicht mit dem Finger auf die Angehörigen zeigen, die jetzt mit der Verpflichtung von Pflegerinnen aus der Slowakei oder Tschechien einen persönlichen Ausweg aus diesem Dilemma gefunden haben.
Auf keinen Fall darf man neue Belastungen für die Allgemeinheit erfinden.
Ich befürchte nämlich, dass nach der Wahl Vorstöße wie der nach einer Pflegeversicherung für Kinderlose ganz plötzlich aktuell werden. Diese neuen Belastungen müssen wir gemeinsam verhindern. Das ist die Haltung der KPÖ in der Steiermark.

31. August 2006