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Erhöhung der Verbund-Jahreskartentarife

Stadträtin Elke Kahr: "Die Stadt darf die Erhöhungen nicht mitmachen!"

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Um das 1,75fache des Verbraucherpreisindexes darf der Verkehrsverbund die Tarife alljährlich erhöhen. Das Vertragswerk muss dringend geändert werden.

Jahr für Jahr steigen die Tarife für den öffentlichen Verkehr in der Steiermark deutlich stärker als die Inflationsrate. Die Entscheidung des Verkehrsverbundes, den Jahreskartentarif in der Steiermark ab Juli um 17 Euro von 399 auf 416 Euro anzuheben, ist gestern gefallen.

„Und das, obwohl die Einführung der vergünstigten Jahreskarte in Graz für sich spricht“, so Stadträtin Elke Kahr.

In Graz ist es nach jahrelangen Bemühungen der KPÖ mit Beschluss des Doppelbudgets 2015/16 erstmals gelungen, der Bevölkerung einen leistbaren Tarif – 228 Euro für die Jahreskarte - für öffentliche Verkehrsmittel anzubieten. Möglich ist das, weil die Stadt Graz den Jahreskartentarif mit 171 Euro pro Ticket stützt. Die Konsequenz: Mit Ende Dezember 2015 konnten 34. 000 Jahreskarten um 228 Euro verkauft werden. Das ist mehr als das Doppelte gegenüber 14.000 im Jahr davor. 6,4 % mehr Fahrgäste haben im vergangenen Jahr die Graz Linien genutzt.

„Den Tarif jetzt wieder auf 245 Euro anzuheben, wäre ein falsches Signal zur falschen Zeit an die Grazerinnen und Grazer!“, betont Kahr. Sie erwartet, dass die Stadt Graz ihre Zuzahlung pro Ticket von 171 auf 188 Euro erhöht, um den Ticketpreis von 228 Euro zu halten.

Die KPÖ wird in der heutigen Gemeinderatssitzung aber auch einen dringlichen Antrag einbringen, damit die Stadt Graz an die VertreterInnen des Steirischen Verkehrsverbundes appelliert, die geplanten Tariferhöhungen zurückzunehmen. Auch eine Änderung des Vertrages, der jährliche Tariferhöhungen um das 1,75fache des Verbraucherpreisindex zulässt, soll erwirkt werden.

„Es müsste doch das Ziel jedes Verkehrsunternehmens sein, Dauerkunden zu gewinnen. Und diesen Lenkungseffekt erreicht man durch günstige Tarife und ein gutes Angebot, wie das Beispiel Graz zeigt“, macht Kahr deutlich.

 

17. März 2016