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EU-Verpackungsverordnung

Stadträtin Elke Kahr: „Konzerninteressen offenbar wichtiger als Fairness gegenüber Bürgerinnen und Bürgern“

Elke Kahr Foto Stadträtin Elke Kahr gegen
Freigabe von Verpackungsgrößen

 

 

 „Wer glaubt, dass die Konzerne dieses Geschenk der EU nicht ausnützen werden, der lebt auf dem Mond“, warnte KP-Stadträtin Elke Kahr bereits Anfang April angesichts der Einführung der neuen EU-Verpackungsverordnung - leider zu Recht.

Mit der Regelung wurden verbindliche Mengenvorgaben für Lebensmittel gekippt.

Weniger Inhalt, gleicher Preis: Erst ein knappes Monat ist vergangen, und schon machen sich auf den Regalen der Supermärkte die ersten Mogelpackungen breit: KonsumentInnen berichten von geschrumpften Philadelphiakäse-Mengen im neu designten „Frischhaltebecher“ und der magischen Zahl neun, die – von der Giotto-Kugel bis zum Tempo-Taschentuch – für weniger Inhalt in den bisher bekannten Zehnerpackerln Einzug hält. Bis zu 35 Prozent sollen die solcherart versteckten Preissteigerungen betragen.

Mit fadenscheinigen Argumenten, etwa, dass es für die Hersteller so einfacher sei, weil sie alle Länder mit den gleichen Produktgrößen beliefern könnten, drückte die Konzernlobby in Brüssel ihre Interessen durch und setzte damit ein vor vielen Jahren zum Schutz von Konsumenten geschaffenes Prinzip des Mogelpackungs-Verbots außer Kraft.

Kahr: „Die KPÖ wird oft gefragt, warum wir so strikt gegen die EU sind. Das Beispiel der Verpackungsverordnung zeigt einen der Gründe auf: In der EU setzen sich die Interessen der Konzerne ungebremst und ohne demokratische Kontrolle durch. Damit sind  der „Kreativität“  der Bauernfänger keine Grenzen gesetzt“, betont die Stadträtin und stellt zugleich klar: „Wer in diesem Zusammenhang von der Mündigkeit der Bürger redet, der sollte aufpassen. Die Menschen werden von der EU nicht für mündig genug erachtet, zwischen Glühbirnen und Energiesparlampen zu unterscheiden, sollen aber mündig genug sein, um die Tricks der Verpackungskünstler zu durchschauen.

 

 

 

 

 

Rückfragehinweis: 0664 1209700

16. Juni 2009