Extra-Steuergeld für Pro-Olympia-Agitation?

KPÖ-Eber: „Von einer einseitigen Öffentlichkeitsarbeit hat die Öffentlichkeit am allerwenigsten“

manfred_eber.png

KPÖ-Klubobmann Manfred Eber ver­langt, dass kein zu­sätz­li­ches Steu­er­geld für ei­ne ein­sei­ti­ge Olym­pia-Kam­pag­ne aus­ge­ge­ben wird. 450.000 Eu­ro „Zu­satz­bud­get“ für Öf­f­ent­lich­keits­ar­beit will Bür­ger­meis­ter Nagl im Gra­zer am Don­ners­tag be­sch­lie­ßen las­sen.

Es ist ein lapidarer Satz, der stutzig macht: „Weiters soll ein Zusatzbudget für Maßnahmen rund um diverse Kommunikationskanäle von € 450.000 bereitgestellt werden“, heißt es im Gemeinderatsstück, das einen Nachtragskredit für die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit sicherstellen und am Donnerstag beschlossen werden soll. Diese Stelle wurde erst im Dezember neu geschaffen und ist nach wie vor umstritten. Geleitet wird so von einem früheren Mitarbeiter von Bürgermeister Siegfried Nagl.

KPÖ-Klubobmann Manfred Eber befürchtet, dass Mittel aus dem Budget der Stadt verwendet werden, um für Bürgermeister Nagls Olympia-Idee zu kampagnisieren. Das würde die Behauptung der Machbarkeitsstudie widerlegen, dass die Spiele die öffentliche Hand nichts kosten würden.

„Der Herr Bürgermeister Nagl soll klar sagen, ob er mit Steuergeldern der Stadt Graz die Werbetrommel für seine Olympia-Pläne rühren will“, fordert Eber: „Wenn die ÖVP Inserate und Jubelmeldungen pro Olympia haben will, soll sie sie auch selbst bezahlen.“

Dass die Stadt für eine solche Agitation extra einen Kredit aufnehmen soll, ist für die KPÖ völlig inakzeptabel. „Von einer einseitigen Öffentlichkeitsarbeit hätte die Öffentlichkeit am allerwenigsten“, so Eber.

Auch von der KPÖ wird es eine Kampagne geben, um über die Risiken einer Olympia-Bewerbung zu informieren, um zu verhindern, dass sie unter den Tisch fallen. Die wird aus eigenen Mitteln finanziert.

4. Juli 2018