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F 5 am Thalerhof

Presseerklärung der Steirischen Friedensplattform zur kommenden Stationierung der ersten F5- Leihabfangjäger in Graz-Thalerhof

Utl.: Stationierung von 12 Schweizer Leihabfangjägern am Thalerhof ist "notwendig wie ein Kropf"

So leer können die öffentlichen Kassen offensichtlich gar nicht sein, dass sich die regierende VP/FP-Koalition nicht auch noch den Luxus des Spiels mit geliehenen Schweizer Abfangjägern leisten würde.

Mittendrin zwischen den von oben verordneten Steuerleichterungen für die Wohlhabenden und Reichen, steigender (Jugend-) Arbeitslosigkeit, allgemeiner Arbeitszeitverlängerung, Zerschlagung von Vollarbeitsplätzen in prekäre Teilzeitjobs, Pensionskürzungen, den Verkauf eines weiteren Teiles unseres Familiensilbers in Form von 58.000 Bundeswohnungen an ein privates Konsortium etc. etc. wirkt die am Thalerhof bevorstehende feierliche Übernahme der ersten 4 F5-Tiger-Leihabfangjäger durch Verteidigungsminister Platter so notwendig wie jener Kropf, der ehemals infolge Jodmangels in unserem Bundesland weit verbreitet war. Und weil man in Wien offensichtlich der Meinung ist, dass die SteirerInnen ohne derartige unschöne Auswüchse am Hals auch heute noch nicht leben können, hat die Steiermark - diesmal infolge mangelnder sicherheits- und friedenspolitischer Vernunft! - weiterhin allein die Umweltbelastungen des militärischen Flugbetriebs zu tragen.

Gegen eine Leihgebühr von 4,4 Mio € je Stück sollen diese Geräte "der Bevölkerung" bis 2007 jenes Unsicherheitsgefühl nehmen, dass sie ohne die schrittweise Zerschlagung des Sozialstaates und ohne das von der Regierung herbeigeredete diffuse Gefühl der Bedrohung von außen gar nicht hätte. Wir haben zwei wesentlich billigere Vorschläge: Rücktritt der Regierung und Neuwahlen. Weil freilich absehbar ist, dass diese das nicht tun wird, könnte man aber auch jedem geängstigten Menschen, der sich ohne Abfangjäger unsicher fühlt eine kostenlose Psychotherapie zukommen lassen.

Für die Steirische Friedensplattform

Franz Sölkner

7. Juli 2004