Folgen Einsparungen im Sozialbereich?

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Am Donnerstag wird das Globalbudget zur Finanzierung der Kinder- und Jugendhilfe für die nächsten drei Jahre (2021-2023) beschlossen. Nicht nur der Antragstext ist der gleiche wie vor drei Jahren. Auch das freigegebene jährliche Budget bleibt mit 21.290.527 Euro (davon 60% Land und 40% Stadt mit 7.666.211 Euro) dasselbe, obwohl beispielsweise seit Jänner 2018 bis heute der Verbraucherpreisindex um 4,3% gestiegen ist.

„Abgesehen davon lässt sich davon ausgehen, dass aufgrund der derzeitigen Krise im Zusammenhang mit dem Coronavirus ein höherer Bedarf an Hilfsmaßnahmen im Interesse vieler Menschen und ihrer Kinder in einer Notlage auf die Stadt zukommen werden“, so KPÖ-Sozialsprecherin Uli Taberhofer, die sich für eine Budgeterhöhung der Kinder- und Jugendhilfe einsetzt.

Vom freigegebenen Budget erhalten schließlich die Trägervereine einen jährlichen Pauschalbetrag für ihre Arbeit mit Kindern und deren Familien – unabhängig davon, wie viele und wie lange Fälle bearbeitet werden. Nachdem das Jahresbudget nun von 2017 bis 2023 gleichbleiben soll und der Bedarf an Hilfsmaßnahmen steigen wird, drängt sich die Frage auf, wie Sozialvereine bei stetig steigenden Gebühren, Mieten oder Gehaltsanpassungen ohne Einsparungen, vor allem im Personalbereich, auskommen sollen. „Statt Millionen für eine Plabutsch-Gondel auszugeben, sollte den Sozialvereinen finanzielle und somit personelle Planungssicherheit gegeben werden“, so Taberhofer.

Interessant dabei ist, dass das Budget für die Kinder- und Jugendhilfe vor der Einführung der Sozialraumorientierung und dem für die öffentliche Verwaltung besser beeinflussbaren Globalbudget – das sind nun 11 Jahre (!) - noch immer um 1 Million Euro höher war als jetzt.

21. April 2020