Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Fritz Kleiner: Vernichtende Kritik an Reininghaus-Deal

Bürgerlicher Experte bestätigt Argumente der KPÖ für ein Nein

Vernichtende Kritik am Reininghaus-Projekt der Grazer ÖVP übt jemand, der sich in solchen Sachen sehr gut auskennt: Der Wirtschaftsprüfer und Gerichtssachverständige Fritz Kleiner.
In der Wochenzeitschrift falter (Nr. 26/2012) wird er mit folgenden Aussagen zitiert:

„Die Aufwertungsgewinne sind virtuell. Real ist, dass Jahr für Jahr die Zinsbelastung zu zahlen ist. Dabei können wir von 2,5 Millionen per anno ausgehen, die Projektentwicklung dauert mindestens fünf Jahre, da sind wir schon bei mehr als zehn Millionen.“
Kleiner stört noch etwas anders: die Genussscheine im Wert von 9,9 Millionen Euro, die 26 anonyme Investoren an der Gesellschaft halten, in der die Grundstücke geparkt sind. Kleiner: „Man muss der Öffentlichkeit sagen, wer diese Personen sind, vor allem aber, zu welchen Bedingungen sie diese Genussscheine gekauft haben. Schließlich geht es um öffentliches Geld.“ Er zieht Parallelen zur Hypo Alpe Adria: „Hier haben ja auch einige Herren über Genussscheine viel Geld mit öffentlichen Geldern verdient.“

Und die Kleine Zeitung zitiert Kleiner mit folgenden Aussagen: So meint Kleiner, dass der Verkauf durch den Eigentümer Asset One "ein Notverkauf ist. Denn die Bilanzen zeigen, dass die Asset One flach wie eine Flunder ist." Angesichts dessen hätte die Stadt wohl noch einen günstigeren Kaufpreis herausschlagen können.
„Im Falle eines Kaufes würde die Bank mit der Stadt Graz halt einen solventen Schuldner bekommen. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass die Stadt und die Bank an einem neuen Bankrettungspaket basteln.“

KPÖ-Stadträtin Elke Kahr: „Es ist äußerst interessant, dass ein bürgerlicher Experte genau jene Kritikpunkte am Reininghaus-Deal der ÖVP bestätigt, die wir schon seit Monaten vorbringen. Das ist kein Geschäft sondern eine Belastung für die Stadt und eine Erleichterung für die jetzigen Besitzer und für die Banken. Elke Kahr: „Wir stellen den Grazerinnen und Grazern folgende Frage: Angenommen, Ihre Taschen sind leer. Würden Sie dann eine millionenteure Grundstücksgesellschaft kaufen? Nur um einigen Spekulanten aus der Patsche zu helfen?“

27. Juni 2012