Gefängnisdebatte: »Den Worten müssen endlich Taten folgen«

„Leider muss immer erst etwas Schlimmes passieren, damit man in der Öffentlichkeit über die Probleme in unseren Gefängnissen spricht. Sobald die Schlagzeilen verschwinden, schwindet auch das Interesse an Lösungen. Was wir brauchen sind Maßnahmen und echte Reformen, nicht nur leere Ankündigungen“, sagt Horst Alič, KPÖ-Gemeinderat und selbst Justizwachbeamter.

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„Leider muss immer erst etwas Schlimmes passieren, damit man in der Öffentlichkeit über die Probleme in unseren Gefängnissen spricht. Sobald die Schlagzeilen verschwinden, schwindet auch das Interesse an Lösungen. Was wir brauchen sind Maßnahmen und echte Reformen, nicht nur leere Ankündigungen“, sagt Horst Alič

Nach dem tragischen Tod eines Häftlings in Niederösterreich wird nun wieder österreichweit über den Strafvollzug diskutiert.

„Die Geschehnisse in der Justizanstalt Hirtenberg sind mir nicht näher bekannt, daher kann ich sie nicht kommentieren. Aber sie sind Anlass dafür, dass wieder einmal Politiker aller Couleur, Forderungen nach Reformen und mehr Personal im Strafvollzug stellen“, sagt Horst Alič, KPÖ-Gemeinderat und selbst Justizwachbeamter in der JA-Graz-Jakomini. „Leider muss immer erst etwas Schlimmes passieren, damit man in der Öffentlichkeit über die Probleme in unseren Gefängnissen spricht. Sobald die Schlagzeilen verschwinden, schwindet auch das Interesse an Lösungen. Was wir brauchen sind Maßnahmen und echte Reformen, nicht nur leere Ankündigungen“, so Alič.

Alič ist es wichtig zu betonen, dass die überwiegende Mehrheit der Justizwachbeamten tagtäglich an ihre Grenzen geht und trotz widrigster Bedingungen in überfüllten Gefängnissen einen wirklich guten Job machen: „Darüber sollte auch öfter berichtet werden, nicht immer nur über die schlimmen Dinge. In diesem Zusammenhang danke ich dem Präsidenten des Wiener Straflandesgerichts Friedrich Forsthuber, der im Interview mit dem Standard völlig richtig erkannt hat, dass der Umstand, dass unsere Gefängnisse überhaupt noch funktionieren, ausschließlich am persönlichen Einsatz des Personals in den Justizanstalten liegt.“

Veröffentlicht: 30. Januar 2026