Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Genosse Dr. Alireza „Haki“ Khakpoor gestorben

Wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag starb Haki nach einem langen, schweren Leiden.

Haki.jpg

Wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag starb „Haki“ Khakpoor nach einem langen, schweren Leiden. Die KPÖ Graz verliert einen liebenswerten und treuen Genossen, mit dem uns viele schöne Erinnerungen an gemeinsame politische Aktivitäten, angeregte Diskussionen und fröhliche Feste verbinden.

Genosse Khakpoor wurde am 21. März 1944 im Iran als Kind einer Schuldirektorin und eines Offiziers geboren. In den 1960er-Jahren zog er zum Studium der Staatswissenschaften nach Deutschland und übersiedelte wenige Jahre später nach Graz. Schon in jungen Jahren wurde er überzeugter Kommunist und schloss sich als solcher der Tudeh-Partei Irans an. Besonders engagierte sich „Haki“ bei der politischen Aufklärungsarbeit unter den bei uns studierenden Iranerinnen und Iranern. Rasch knüpfte er Kontakte zur KPÖ Graz sowie zum KSV.

Erst gegen die Schah-Diktatur aktiv, gab es eine kurze Hoffnungsphase, die jedoch sehr bald wieder durch die brutale Herrschaft der religiösen Fundamentalisten zerstört wurde. Einige seiner Genossen und auch persönliche Freunde wurden in Kerker geworfen, gefoltert und ermordet. „Haki“ versuchte jenen Genossinnen und Genossen, denen die Flucht ins Ausland gelang, ihren Zwischenaufenthalt in der Steiermark so angenehm als möglich zu gestalten.

Trotz seines oft sehr schwierigen Lebensweges ist „Haki“ ein humorvoller und lebensfroher Mensch geblieben. Legendär sind seine kulinarischen Beiträge mit iranischen Spezialitäten – wie Kabab – bei den KSV-Festen und später beim Volkshaus-Fest. Für die in Graz lebenden iranischen Freundinnen und Freunde organisierte er regelmäßige gesellige Zusammenkünfte im Klub hinter dem Volkshaus. Weiters wirkte er mehrere Jahre bei den Ferienaktionen von Kinderland Steiermark mit. Begeistert spielte er auch Fußball, im fortgeschrittenen Alter wenigstens noch mit seinem Enkelsohn.

Zur Sicherung des Lebensunterhalts für sich und seine Familie betrieb er einen kleinen Teppichhandel in Voitsberg und Köflach. Auch dort pflegte er die Kontakte zur KPÖ in der Weststeiermark.

Als es Anfang der 1990er-Jahre klar wurde, dass sein Lebensmittelpunkt wohl für immer die Steiermark sein würde, trat er der KPÖ Graz bei. Immer wenn wir Hilfe brauchten, auf „Haki“ konnten wir uns stets verlassen. Er wird uns sehr fehlen!

Unser Mitgefühl gilt seiner Tochter Anahita und allen Familienangehörigen.

Wir verabschieden uns vom Genossen Khakpoor am Montag, den 10. Februar 2014 um 14 Uhr am Friedhof Kalsdorf.

    KPÖ Graz
    KPÖ Steiermark

 

(Foto: Verena Kielnhofer)

7. Februar 2014