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Graz braucht ein neues Fahrrad-Verleih-System

KPÖ-Braunersreuther: „Platzmangel darf keine Ausrede sein“

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Graz gilt nicht nur als Feinstaub-Stadt, sondern auch als Fahrrad-Stadt. Trotzdem gibt es bis heute kein wirklich gut funktionierendes Fahrrad-Verleih-System. Denn die 2012 eingeführte Dachmarke Graz Bike ist nicht mehr als ein Zusammenschluss bereits bestehender privater Verleiher und konnte sich nicht durchsetzen. Die Gründe: Das System ist zu teuer, zu wenig sichtbar, zu unflexibel und nicht spontan nutzbar. Die Räder stehen nicht im öffentichen Raum zur Verfügung und können nicht in einem offenen System von Personal oder durch Karteneingabe oder nach telefonischer Anmeldung entliehen werden.

„Das seinerzeit für „Graz Bike“ budgetierte Geld, gesamt 380 000 Euro, wurde allein für die Unterstützung der Verleiher beim Ankauf neuer Räder, für das Branding der Bestandsräder, deren Ausstattung, die Buchungsplattform, das Consulting und die dafür anfallenden Personalkosten verwendet“, ärgert sich KPÖ-Gemeinderätin Christine Braunersreuther über vergeudete Ressourcen für ein wenig durchdachtes Konzept.

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Nicht nur in Wien ein Erfolgsmodell: Auch Städte, die wesentlich kleiner sind als Graz, haben gut funktionierende Fahrradverleihsysteme. Foto: CC BY 3.0 Sir James

„Um ein Zeichen für sanfte Mobilität zu setzen und Graz für den Tourismus noch attraktiver zu gestalten, wäre jedoch die Installation eines flexiblen, weithin sichtbaren Verleih-Systems wünschenswert“, so Braunersreuther. Im vergangenen Jahr hat es bereits Gespräche mit dem Anbieter des sehr gut funktionierenden Wiener Systems GEWISTA gegeben. „Doch die Umsetzung wurde wegen angeblichem Platzmangel im Keim erstickt“, lässt die Gemeinderätin wissen.

Sie wundert sich, wie wenig vorausschauend hier gedacht worden ist. Am neu gestalteten Bahnhofsvorplatz, der nach wie vor viele Freiflächen aufweist, hätte ein Fahrradverleih gleich mitgeplant werden können, ebenso bei der Gestaltung des Andreas-Hofer-Platzes. In der historischen Innenstadt müssen Verleih-Ständer ja nicht direkt am Hauptplatz stehen, sondern können auch an der Mur, direkt am Radweg, aufgestellt werden. „Diese Beispiele zeigen: wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg – oder ein Platz“, findet Braunersreuther.

Daher wird sie im Gemeinderat einen Dringlichkeitsantrag zum Thema einbringen. „Um sehr bald ein neues Fahrrad-Verleih-System in Graz anbieten zu können, sollten umgehend weitere Gespräche zwischen den bisher beteiligten PartnerInnen (Stadt/Holding bzw. Ankünder für die Finanzierung) stattfinden“, lautet die Forderung.

20. Januar 2015