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Graz braucht mehr Gemeindewohnungen

Neue Vergaberichtlinien in Kraft - ORF-Interview

Neue Richtlinien für Gemeindewohnungen

Ab Sonntag gelten in Graz neue Vergaberichtlinien für Gemeindewohnungen. Der Hauptwohnsitz muss mindestens ein Jahr lang in Graz gewesen sein, damit um eine Gemeindewohnung angesucht werden kann - der Wohnungsmangel bleibt

Die in Graz für Wohnungsangelegenheiten zuständige Stadträtin Elke Kahr (KPÖ) sagt, die Überarbeitung der Richtlinien sei wichtig und richtig, das eigentliche Problem - nämlich leistbares Wohnen in Graz - sei damit aber nicht zu lösen.

Die Stadt Graz verfügt derzeit über rund 10.800 Gemeindewohnungen. Davon stehen 4.200 im Eigentum der Stadt, die übrigen sind Genossenschaftswohnungen, bei denen die Stadt das Zuweisungsrecht hat. Wer sich ab März um eine dieser Wohnungen bewirbt, muss neue Richtlinien beachten, Elke Kahr: "Der wesentliche neue Punkt ist, dass man ein Jahr den Hauptwohnsitz in Graz haben muss, damit um eine Gemeindewohnung angesucht werden kann." Der Nettoverdienst einer Einzelperson darf maximal 1.800 Euro.

In der Regel warten rund 2.000 Bewerber mindestens ein Jahr lang auf einen positiven Bescheid - und auch die neuen Vergaberichtlinien werden an der Nachfrage nichts ändern, meint Kahr: „Die Situation am privaten Wohnungsmarkt ist so, dass der Wohnraum dort immer teurer wird, die Löhne und Gehälter und Pensionen der Menschen nicht Schritt halten und gleichzeitig die Menschen die einzige Sicherheit in den Gemeindewohnungen sehen. Das sind unbefristete Mietverhältnisse, und die Mieten sind dauerhaft leistbar.“

Vor kurzem wurden 91 neue Gemeindewohnungen im Bezirk Puntigam, 43 in Lend und 17 in Mariatrost übergeben. 2016 soll das Projekt Hummelkaserne mit 86 Wohnungen fertig gestellt werden und laut Kahr werden weitere Projekte folgen: „Wir haben jetzt mit SPÖ und ÖVP erreicht, dass Grundstücke für weitere 500 Gemeindewohnungen angekauft werden. Da haben wir auch schon einige gesichert.“

Nur so könne man in Konkurrenz mit dem privaten Wohnungsmarkt treten und diesen billiger machen, so die KPÖ-Stadträtin. Zusätzlich forderte Kahr vom Bund eine „echte Reform des Mietrechtsgesetzes“ - mit gesetzlich festgelegten Quelle. ORF.

1. März 2015