Griesplatz: Jetzt wird Luftgüte direkt vor Ort gemessen

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„Da­ten müs­sen auch Ta­ten fol­gen“, mahnt Be­zirks­vor­ste­her-Stell­ver­t­re­ter Mi­cha­el Ro­the (KPÖ). (Foto: graz.at/Fischer)

Graz, vor allem der Griesplatz, ist die Feinstaubhochburg Österreichs. Zwei Luftgütemessgeräte in Don Bosco und in der Feuerbachgasse waren im Bezirk Gries bislang schon vorhanden. „Im Vergleich zu den am dichtesten besiedelten und verkehrsstärksten Gebieten sind die beiden aber nicht annähernd aussagekräftig“, betont Michael Rothe, Bezirksvorsteher-Stellvertreter im fünften Grazer Bezirk. Der Grund dafür ist, dass in Don Bosco durch die Bahntrasse eine Frischluft-Schneise gegeben ist und sich in der Feuerbachbachgasse als Einbahnstraße der Verkehr in Grenzen hält.
Trotzdem überschreiten diese beiden Luftgütemessgeräte die Feinstaubgrenzwerte in regelmäßigen Abständen immer wieder.

„Darum gehen wir davon aus, die Feinstaubbelastung durch den Durchzugsverkehr am Griesplatz – und damit auch die Umwelt- und Gesundheitsbelastung – ungemein höher ist“, sagt Rothe. Die KPÖ-Bezirksratsfraktion hat deswegen im Juni 2019 den Antrag gestellt, ein Luftgütemessgerät am Griesplatz zu installieren. Das soll tatsächlich repräsentative Daten erheben, um erforderlichenfalls daraus Maßnahmen zur Bekämpfung des Feinstaubs in Graz zu setzen.

Der Antrag wurde vom Bezirksrat einstimmig angenommen. Nun wurde ein mobiles Messgerät der steirischen Landesabteilung für Luftreinhaltung am Griesplatz, auf Höhe der Pestsäule, installiert.

„Es bleibt daher zu hoffen, dass auf Grund der erhobenen Daten auch entsprechende Taten im Sinne der Gesundheit der BezirksbewohnerInnen stattfinden. Es ist an der Zeit, dass der Gries und der Griesplatz nicht mehr wie ein politisches Stiefkind behandelt werden“ meint Rothe, der selbst am Griesplatz wohnt.

Ein ebenfalls bereits im Juli vergangenen Jahres von der KPÖ im Gemeinderat gestellter Antrag, die Luftgütemessungen in Graz EU-konform zu gestalten, ist leider bis heute unbeantwortet geblieben.

10. Februar 2020