Hebammen-Mangel: So will die KPÖ gegensteuern

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Aktuellsten Meldungen zufolge herrscht nach wie vor österreichweit und auch in der Steiermark ein akuter Hebammenmangel. Speziell Spitälern stehen viel zu wenige Hebammen zur Verfügung. Der fehlende Nachwuchs begründet sich im Speziellen in der Steiermark auf drei Punkte:

  1. Lediglich alle zwei Jahre startet ein Lehrgang an der FH Joanneum mit 20 Ausbildungsplätzen. Doch nicht alle 20 Absolventinnen üben Ihren Beruf in der Steiermark danach aus. Neben möglichen Studienabbrecherinnen
     
  2. wandert ein Teil der Ausgebildeten in benachbarte Bundesländer aus, da an den dortigen öffentlichen Spitälern der Lohn um einiges höher ist. Zum Vergleich: Das Brutto-Einstiegsgehalt für Hebammen liegt in Niederösterreich bei 2.838 Euro, in Kärnten bei 2.594 Euro und in der Steiermark bei 2.197 Euro.
     
  3. Ein anderer Teil der Ausgebildeten absolviert nach dem Bachelor-Abschluss weitergehende Master-Studien.


Laut Kleiner Zeitung vom 9. Juli will die zuständige Landesrätin Eibinger-Miedl, nach hoffentlich erfolgreichen Budgetverhandlungen, den Studiengang jährlich anbieten. Eine Maßnahme die viel zu spät greift, findet KPÖ-Gesundheitssprecherin Elke Heinrichs: „Im Jahr 2020 startet ein regulärer Lehrgang und erst 2021 würde der zusätzlich angebotene Lehrgang beginnen. Bei einer dreijährigen Ausbildungszeit, würde der Steiermark erst im Jahr 2024 zusätzlich und maximal 20 Hebammen zur Verfügung stehen. Das ist schlicht weg zu spät.

Deswegen fordert Heinrichs von der Steirischen Landesregierung ein rasches Gegensteuern mittels Attraktivierung des Berufsortes Steiermark: eine Anhebung der Einstiegsgehälter für Hebammen in öffentlichen Spitälern. „Einerseits könnte so eine Abwanderung an benachbarte Bundesländer gebremst werden. Und anderseits wäre eine entsprechende Bezahlung und somit Honorierung des hohen Verantwortungsgrades, welches die Hebammen tagtäglich haben, angebracht“, so Heinrichs und verweist darauf, dass Hebammen bis zu 8 (!) Gebärende gleichzeitig in Kreißsälen betreuen.

6. August 2019