Kindergarten&Co: Mehr Verantwortung und Arbeit, aber kein zusätzliches Personal!

"Eltern und PädagogInnen werden alleine gelassen. Ein Versagen der Politik", stellen KPÖ-Gemeinderätin Uli Taberhofer und Gemeinderat Horst Alic fest.

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ÖVP und FPÖ stimmten gegen eine personelle Verstärkung und somit gegen eine qualitative Steigerung der städtischen Kinderkrippen und Kindergärten.

Am Montag startete in den Grazer Kinderbetreuungs- und –bildungseinrichtungen wieder der Normalbetrieb. "Zahlreiche Anfragen von Eltern zeigen uns aktuell, dass es aufgrund von widersprüchlichen und teilweise praxisfernen Corona-Anweisungen große Unsicherheiten im Bereich der Kinderbetreuung gibt“, berichtet Gemeinderat Horst Alic. Eltern sind verunsichert; aber auch die PädagogInnen, die im Zuge der Corona-Krise mit zusätzlichen Vorschriften überschüttet werden: Kleinere Gruppen sollen forciert, eine Vielzahl von zusätzlichen Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Die alleinige Verantwortung trägt laut Erlass des Landes die EinrichtungsleiterIn.

Das ist schlichtweg ein Versagen der Politik. Anstatt die Verantwortung einer Unterbindung der eventuellen Virusverbreitung auf einzelne Personen zu schieben, soll die Politik den Eltern klar mitteilen, dass auch mit allen zusätzlichen Maßnahmen ein Restrisiko einer Infektion bestehen bleibt. Die PädagogInnen dürfen hier nicht zum Handkuss kommen. Es ist eben nicht so wie in einem Hustensaft-Werbespot, dass man mit einem Zauberstab einfach „Virus Stopp“ sagt“, so Alic.

Doch auch die Fülle an Forderungen können in der Realität kaum umgesetzt werden. Es fehlt an personellen und räumlichen Ressourcen. Die Rahmenbedingungen sind schon davor für PädagogInnen und BetreuerInnen äußerst schwer gewesen. In einer Kindergartengruppe kommen beispielsweise zwei Leute, eine PädagogIn und eine ErzieherIn, auf 25 Kinder!

Der Betreuungsschlüssel wird zwar vom Land vorgegeben, aber es spricht nichts dagegen, dass die Stadt Graz bei den eigenen Kinderkrippen und -gärten diese Rahmenbedingungen von sich aus verbessert, so KPÖ-Bildungssprecherin Uli Taberhofer: „Die Stadt soll eine Vorreiterrolle in der Elementarpädagogik einnehmen. So könnte die Stadt in den eigenen Kinderbetreuungs- und -bildungseinrichtungen für kleinere Gruppen sowie entsprechend mehr Personal sorgen.

Taberhofer und Alic haben deswegen auch zwei entsprechende Initiativen im Gemeinderat letzte Woche eingebracht. Diese wichtige Forderung wurde vom verantwortlichen Stadtrat Hohensinner negiert und von den MandatarInnen der ÖVP und FPÖ abgelehnt. Somit werden Eltern und ElementarpädagogInnen mit ihren Problemen von der Politik alleine gelassen und im schlimmsten Fall sogar gegeneinander ausgespielt.

 

Zum Nachsehen:

- Frage von GR Horst Alic an Stadtrat Kurt Hohensinner, ob es aufgrund der geforderten zusätzlichen Maßnahmen (Kleingruppen, Hygiene) mehr Personal für die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen gibt (43:39 – 44:59), sowie der
- Dringliche Antrag von GR Uli Taberhofer (ab 4:02:33)

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18. Mai 2020