Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Jahreskartentarife: Verkehrte Verkehrspolitik geht weiter

Steirischer Verkehrsverbund macht Öffis wieder teurer

Elke Kahr 07_2014.jpg

Jahr für Jahr steigen die Tarife für den öffentlichen Verkehr in der Steiermark – und das deutlich stärker als die Inflationsrate. Die Absicht des Verkehrsverbundes, den Jahreskartentarif in der Steiermark ab Juli um 17 Euro von 399 auf 416 Euro anzuheben, ist für KPÖ-Stadträtin Elke Kahr ein Zeichen dafür, dass man steiermarkweit offenbar nach wie vor an einer verfehlten Verkehrspolitik festhalten will.

In Graz ist es nach jahrelangen Bemühungen der KPÖ 2015 erstmals gelungen, der Bevölkerung einen leistbaren Tarif für öffentliche Verkehrsmittel anzubieten. Möglich ist das, weil die Stadt Graz den Jahreskartentarif mit 171 Euro pro Jahreskarte stützt. Dieser Betrag müsste angehoben werden, um die Tariferhöhung für die Grazerinnen und Grazer abzuwenden.

„Durch die Jahreskarte von 228 Euro haben sich zahlreiche Grazerinnen und Grazer dazu entschlossen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen Das ist auch steiermarkweit notwendig. Deshalb werden wir in der kommenden Gemeinderatssitzung einen Dringlichkeitsantrag einbringen“, so Kahr.

Der Erfolg in Graz lässt sich mit Zahlen belegen: Im Jahr 2014 verzeichneten die Graz Linien 14.000 Jahreskarten zum Preis von 399 Euro. Mit Ende Dezember 2015 waren bereits 34. 000 Jahreskarten um 228 Euro verkauft. Das neue Angebot hat sich auch positiv auf die Fahrgastzahlen ausgewirkt. Bis Ende 2015 zählte man 114 Millionen Fahrgäste, ein Plus von 6,4 Prozent. 

„Es müsste doch das Ziel jedes Verkehrsunternehmens sein, Dauerkunden zu gewinnen. Und diesen Lenkungseffekt erreicht man durch günstige Tarife und ein gutes Angebot“, macht Kahr deutlich. 

Die Stadträtin verweist auch darauf, dass die geplante Preiserhöhung weder mit der steigenden Inflationsrate, noch mit gestiegenen Treibstoffkosten begründbar ist. So sind die Preise für Benzin und Diesel in den letzten Monaten sogar um durchschnittlich um 24 Cent pro Liter gesunken.

Die KPÖ wird in der Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag eine Initiative einbringen, um die Verantwortlichen im Land zu überzeugen, von den steiermarkweiten Tariferhöhungen abzusehen. 
 

11. März 2016