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Jung-Kandidatin Martina Thomüller im Interview

"Ich habe mir schon zur Schulzeit kein Blatt vor den Mund genommen."

Frau Thomüller, Sie sind vor kurzem 21 Jahre alt geworden. Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie gefragt wurden, ob Sie an wählbarer Stelle für die KPÖ kandidieren wollen?

Thomüller: Ich muss gestehen, ich war im ersten Moment direkt etwas schockiert. Ich habe mich gefragt, ob ich wohl die Richtige bin. Aber Stadträtin Elke Kahr, die KPÖ-GemeinderätInnen und auch die KollegInnen von der KJÖ (kommunistischen Jugend Österreichs) haben meine Bedenken zerstreut und mir versichert, dass sie an mich glauben. Auf dieses Vertrauen baue ich.

Glauben Sie, dass es schwer sein wird, sich als junge KPÖ-Gemeinderätin durchzusetzen?

Thomüller: Ich getraue mich, meine Meinung zu sagen, auch wenn ich damit auf Widerstand stoße. Das war schon in der Schulzeit so. Ich galt als Rebellin, weil ich gegen Ungerechtigkeiten aufgetreten bin und mir kein Blatt vor den Mund genommen habe. Diese Eigenschaft könnte mir hier zugute kommen.

Sie sind von Beruf Bäckerin?


Ich habe bei der Firma Gaar in Gratkorn das Bäckerhandwerk erlernt und 2009 meine Lehre abgeschlossen. Leider bekommen die Bäcker ja immer mehr Konkurrenz durch Supermarktketten, sodass immer weniger Bäckerinnen und Bäcker gebraucht werden. Derzeit bin ich in der Kantine bei Magna beschäftigt. Das wird aber bestimmt nicht die letzte Station meiner beruflichen Entwicklung sein.

Wie sind Sie zur KPÖ gekommen?

Thomüller: Politisch interessiert war ich schon immer. Auslösend waren für mich aber die Agitationen der FPÖ und die Tatsache, dass auch einige Bekannte diesen auf den Leim gegangen sind. Dem wollte ich einfach etwas entgegensetzen.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrer Entscheidung, für die KPÖ zu kandidieren?

Thomüller: Sie sind sehr stolz auf mich.

Wenn Sie KPÖ-Gemeinderätin werden, welche Themen liegen Ihnen da besonders am Herzen?

Thomüller: Die KPÖ steht für eine Welt, in der alle Menschen gleiche Chancen haben sollen. Deshalb möchte ich mich besonders gegen Sexismus und Rassismus, aber auch für Tier- und Umweltschutz einsetzen.

Was dürfen die KPÖ-Wählerinnen und Wähler von Ihnen erwarten?

Thomüller: Ich werde stets bemüht sein, für die Menschen, die ich vertrete, das Beste herauszuholen und für die Werte der KPÖ einzutreten. Und ich werde Freunde und Bekannte dazu animieren, die KPÖ zu wählen, da sie eine echte und ehrliche Alternative zur vorherrschenden Politik darstellt.


 

3. September 2012