Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Kautionsfonds: Schrittwieser könnte auf Grazer Erfahrungen zurückgreifen

Elke Kahr betont, dass dieses Versprechen nach der Wahl auch verwirklicht werden muss

Die Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr machte die SPÖ am Freitag darauf aufmerksam, dass die Menschen in der Steiermark nicht enttäuscht werden dürfen: "Wer drei Wochen vor der Landtagswahl einen steiermarkweiten Kautionsfonds verspricht, der muss ihn nach der Wahl auch einführen", erklärte dir KPÖ- Politikerin.
Sie bot der Landesregierung an, gern auf die Erfahrungen des Grazer Wohnungsamtes in dieser Sache zurückgreifen zu können.

Elke Kahr: "Wir haben diesen Kautionsfonds in Graz im Jahr 2007 auf eigene Faust eingeführt und aus Mitteln des Wohnungsamtes finanziert, weil weder ÖVP noch SPÖ zu einer gemeinsamen Initiative in dieser Sache bereit waren. In den vergangenen 8 Jahren hätte die SPÖ die Möglichkeit gehabt, auf Landesebene nachzuziehen.

Was ist das Ziel dieser Initiative? Viele Wohnungssuchende finden am freien Markt keine Wohnung, weil sie sich die hohen Einstiegskosten, nämlich Kaution und Provision, nicht leisten können. Um diesen Wohnungssuchenden ein größeres Wohnungsangebot auch im privaten Bereich zur Verfügung stellen zu können, hat das städtische Wohnungsamt für seine Kunden und Kundinnen ein Modell entwickelt, bei dem unter bestimmten
Voraussetzungen das städtische Wohnungsamt die Kaution und Provision
übernimmt und dadurch die "Einstiegshürde" beseitigt.

Die Grundzüge dieses Modells sind:
• In den Genuss der finanziellen Unterstützung können nur Personen und
Familien kommen, die nach den Richtlinien für die Vergabe von
Gemeindewohnungen die Voraussetzungen für die Zuweisung einer
solchen haben.
• Es werden maximal Kautionen in der am freien Markt üblichen Höhe von
3 Monatsmieten und Provisionen in Höhe von 2 Monatsmieten finanziert.
• Die Unterstützung ist auf Wohnungen im Grazer Stadtgebiet beschränkt.
Es muss sich bei der Wohnung um den Hauptwohnsitz handeln.
• Die Vermietung sollte grundsätzlich unbefristet erfolgen.
• Die finanzielle Unterstützung erfolgt einmalig.
• Wohnungen mit überhöhten Mieten werden nicht akzeptiert.

Elke Kahr: "Die Erfahrungen mit dem Grazer Kautionsfonds sind Positiv und haben sich anscheinend auch bis zur Landes-SPÖ durchgesprochen. Das ist bemerkenswert. Als wir vor wenigen Monaten mit dieser Forderung in den Gemeinderatswahlkampf gezogen sind, konnten sich die meisten SPÖ-dominierten Gemeinden nicht für einen Kautionsfonds erwärmen.
Eines ist gewiss: Ohne Druck von unten und durch eine starke KPÖ im Landtag könnte die SPÖ den steirischen Kautionsfonds nach der Wahl wieder vergessen, wie das mit vielen Wahlversprechen zu geschehen pflegt."

8. Mai 2015