Klima-Innovationsstadt Graz?

Stadträtin Elke Kahr: „Damit rasch etwas weitergeht, braucht es kein zusätzliches Referat, sondern mehr Personal in den Abteilungen“

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Für seine mangelnde Grünraum-Sensibilität wird Bürgermeister Nagl immer wieder kritisiert. Für das Murkraftwerk wurden 16.000 abgeholzt, viele davon in der Innenstadt.

„Es ist gut, dass Nagl und Eustacchio endlich Abstand von Plabutsch-Gondelplänen genommen haben und der Klima- und Umweltschutz in Graz endlich ernstgenommen wird“, sagt Stadträtin Elke Kahr zur neuen Orientierung auf Klima-Innovationen in Graz.

Elke Kahr: „Rad nicht neu erfinden“

Kahr sieht in vielen Bereichen wesentliche Bausteine für den Klimaschutz und die Verbesserung der Lebensqualität in Graz, insbesondere beim Ausbau von Öffis, Geh- und Radwegen, von Entsiegelungen, bei Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, bei der Sicherung von Grünraum sowie beim Pflanzen von Bäumen im öffentlichen Raum und von Alleen entlang neuer Verkehrswege. „Hier muss das Rad aber nicht neu erfunden werden“, betont sie.

Mehr Personal nötig

Gerade deshalb braucht es vorrangig kein eigenes Referat. „Schon jetzt ist die Stadtbaudirektion für die Koordinierung im Planungs- und Bauwesen verantwortlich“, so Kahr. „Was es aber braucht, ist mehr Personal in den einzelnen Abteilungen, ganz besonders bei der Verkehrsplanung, damit bei konkreten Vorhaben und Projekten rasch etwas weitergeht.“

Bürgerbefragung

Zur Bürgerbefragung meint die KPÖ-Stadträtin: „Eine solche Befragung kann man schon machen. Vor allem aber sollte man Anliegen der Grazer Bevölkerung ernst nehmen und umsetzen, die schon seit Jahren bekannt sind, wie beispielsweise eine Umgestaltung am Jakominiplatz, wo sich die Leute seit 10 Jahren mehr Grün und Bäume sowie eine Schatten spendende Überdachung von Wartehäuschen wünschen. Dafür muss man endlich Geld in die Hand nehmen, genauso wie für eine bessere Busanbindung nach Thal.“

Bäume: spätes Umdenken

Schade findet die Stadträtin, dass der Umdenkprozess erst jetzt eingeleitet wird. Wäre das früher geschehen, wären vielleicht nicht 16.000 Bäume für die Errichtung des Murkraftwerks mitten in der Stadt gerodet worden, die der neue „Baumfonds“ wohl nicht so schnell ersetzen wird können.

6. September 2019