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KPÖ: Straße oder Platz in Graz nach Franz Leitner benennen!

Leitner rettete vielen jüdischen Kindern das Leben und wurde dafür als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt

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Franz Leitner bei seiner Ehrung mit Kardinal Franz König (li.)

Anlässlich des Gedenkens der Befreiung vom Hitlerfaschismus fordert KPÖ-Gemeinderat Andreas Fabisch eine Würdigung des ehemaligen Grazer Landtagsabgeordneten Franz Leitner durch die Stadt Graz. Leitner wurde von der Israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern“ geehrt, der höchsten Auszeichnung für Menschen nicht-jüdischer Herkunft. „In einer Zeit, in der so oft der Mangel an Vorbildern und Werten bedauert wird, gilt es verstärkt Leben und Wirken von Menschen aufzuzeigen, die treu ihrem humanistischen Weltbild sich für andere Menschen heldenhaft eingesetzt haben“, betont Fabisch.

Franz Leitner wurde schon mit 18 Jahren aus politischen Gründen vom Ständestaat inhaftiert. Nach dem sog. „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland erfolgte seine Verhaftung und Deportation ins KZ Buchenwald. Als Blockältester des „Kinderblocks“ konnte er nicht nur erfolgreich für bessere Haftbedingungen kämpfen, sondern auch vielen jüdischen Kindern das Leben retten. Dafür wurde ihm 1999 durch die Jerusalemer Gedenkstätte der Titel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen. Franz Leitner war auch aktiv an der Selbstbefreiung der KZ-Häftlinge in Buchenwald beteiligt.

Nach dem Krieg wurde er Vizebürgermeister und Stadtrat von Wiener Neustadt. Später erfolgte seine Übersiedelung nach Graz, wo er in den Jahren 1961 bis 1970 als Abgeordneter der KPÖ zum Steiermärkischen Landtag tätig war. Weiters wirkte er im Präsidium des Bundesverbandes der ehemaligen österreichischen Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus. Leitner war Träger des Menschenrechtspreises des Landes Steiermark und des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien

„Vor zehn Jahren ist Franz Leitner gestorben. 70 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus stünde es der Menschenrechtsstadt Graz gut an, dafür zu sorgen, dass Menschen wie er nicht in Vergessenheit geraten“, so Fabisch.

18. Mai 2015