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Medizinische Versorgung steht im Regen

Elke Heinrichs: „Solidarität aller ÄrztInnen, des Personals und der Bevölkerung ist gefragt!“

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Schauplatz Spitalgasse, Wien-Alsergrund bei Schlechtwetter: Gestern berichteten das Ö1-Mittagsjournal sowie derstandard.at über den Protest einiger Ärztehundertschaften, der sich bei Regenwetter auf der Straße abspielte.

Wegen der Streichungen von Nachtjournaldiensten am Wiener AKH und den drohenden bzw. bereits spürbaren Folgen auf den Gebieten Schmerztherapie, Versorgung von gebärenden Patientinnen und Psychiatrischen Patientinnen und Patienten lautete das Motto der Demonstration: „Personal-Raubbau heißt Medizinabbau“.

Laut Bericht fehlten seit Mitte Oktober 2013 jeden Vormittag 137 ÄrztInnen! Wegen der Vorfälle in der Schmerzambulanz ist bereits die Volksanwaltschaft betraut!

Die Reaktion der Verantwortlichen stellt sich so dar:
Herr Rektor Schütz war gegenüber dem Mittagsjournal nicht zu sprechen.
Gesundheitsminister Stöger (SPÖ) bezeichnete den Ärzteprotest als eine Sache zwischen Geschäftsführung (Gesundheitsökonomen?) und den ÄrztInnen und argumentiert nach „nach eigener Logik“: „Wenn weniger Ärzte in der Nacht arbeiten, können mehr am Vormittag eingesetzt werden.“ (!?)

Laut KPÖ-Gesundheitssprecherin und Gemeinderätin Elke Heinrichs ist das Wiener AKH nur ein Beispiel für die aktuelle Entwicklung bei der Gesundheitsversorgung im Land.

„Für alle Medizin-Unis und Krankenhäuser in Österreich ist durch brutale Sparmaßnahmen in den nächsten Jahren eine weitere Verschlimmerung der Zustände zu erwarten“, stellt die Gemeinderätin klar. Drastische Einsparungen haben eine stetige Überforderung des gesamten medizinischen Personals, den Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten in Bereichen, wo eigentlich mehr diplomiertes Pflegepersonal erforderlich wäre, sowie ein ständig steigendes Arbeitsvolumen auch bei Verwaltungsaufgaben zur Folge.

„In konkreten Fällen bleibt betroffenen Patientinnen und Patienten die Patientenanwaltschaft, an die sie sich wenden können. Doch um diese Entwicklung langfristig zu stoppen, wird die Solidarität der Ärzte und des Pflegepersonals, aber auch der Patientinnen und Patienten im ganzen Land erforderlich sein“, betont Heinrichs.

„Kranke und ausgebrannte Menschen haben eigentlich nur mehr eine Berufsgruppe, welche sie als verbündete betrachten kann. Und das sind halt einmal die Ärztinnen und Ärzte, denn diese bescheinigen uns als Einzige, dass wir schwach sind oder nicht mehr können.“

23. Januar 2014