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Mehr Akutbetten für Drogenentzug

KPÖ-Antrag einstimmig angenommen

Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Graz fordert das Land Steiermark auf dem Petitionswege auf, die Anzahl der Akutbetten für den Drogenentzug entsprechend aufzustocken und an den tatsächlichen Bedarf in unserem Bundesland anzupassen. Dieser Dringlichkeitsantrag von KPÖ-Gemeinderat Andreas Fabisch wurde am Donnerstag einstimmig angenommen.
Andreas Fabisch: „Von einer Drogensucht loszukommen, ist sehr schwer. Eine vollständige Überwindung der Drogenabhängigkeit dauert mehrere Wochen, wenn nicht Monate. Am Beginn der Therapie steht aber immer der körperliche Entzug, der zwar nur wenige Tage dauert, an den menschlichen Organismus jedoch höchste Anforderungen stellt. Da es zu Komplikationen kommen kann, sollte der körperliche Entzug stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Erst anschließend kann die längere Phase der sog. „Entwöhnung“ mit einer entsprechenden psychotherapeutischen Nachbetreuung beginnen.

Drogenabhängige Grazerinnen und Grazer, die ernsthaft bestrebt sind, im Rahmen eines stationären Entzugs von den Drogen wegzukommen, stehen allerdings vor einer riesigen Hürde: Um ein Bett zu bekommen, muss man mehrere Monate warten.

In der gesamten Steiermark gibt es laut Auskunft des Grazer Kontaktladens der Caritas mit „Walkabout“ nur eine einzige Einrichtung, die auf den stationären Entzug von Drogenkranken spezialisiert ist. Diese verfügt jedoch mit nur 10 Betten über viel zu geringe Kapazitäten. Derzeit dauert die Wartezeit auf ein Entzugs-Bett bei Walkabout zwischen vier und sechs Monate. Die Warteliste umfasst dauerhaft zwischen 40 und 80 Personen.

Wir dürfen Drogenkranke, die von ihrer Abhängigkeit loskommen möchten, nicht im Stich lassen, sondern sollten ihnen eine sichere Möglichkeit bieten, den körperlichen Entzug durchzuführen.“

24. Juni 2010