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Menschenrechtsstadt Graz als „Sicherer Hafen“

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Schon 144 Kommunen haben sich in Deutschland zum sicheren Hafen erklären lassen. (Foto: Seebrücke Münster)

Ein Leben ohne ständige (Todes)Angst führen zu können, gehört zu den fundamentalen Menschenrechten. „In einer Stadt der Menschenrechte, wie Graz es ist, sollte deutlich werden, dass sie diesen Grundsatz aktiv unterstützt“, betont Gemeinderätin Christine Braunersreuther.

Die SEEBRÜCKE setzt sich dafür ein, dass Menschen auf der Flucht einen Ort zum Ankommen finden - einen Sicheren Hafen. „Das muss auch in Zeiten der Corona-Pandemie gelten, in der wir bei aller nationalen Solidarität nicht auf die Verpflichtung zu internationaler Solidarität vergessen dürfen“, sagt Braunersreuther.

Sie verweist darauf, dass das kleine Land Luxemburg mit gutem Beispiel vorangegangen ist und sich als erstes bereiterklärt hat, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus den überfüllten Lagern Griechenlands aufzunehmen, um sie nicht dort der Pandemie-Gefahr auszusetzen. Andere Länder wie Deutschland haben nachgezogen und nehmen nun auch Kinder auf. Österreich jedoch untersagt weiterhin jegliche Hilfe.

„Wo die Bundespolitik ihrer Verantwortung nicht gerecht wird und von Seiten der EU zutiefst die europäischen und christlichen Werte, die Menschenrechte und das Völkerrecht verletzt werden, muss die kommunale Politik tätig werden“, appelliert Braunersreuther daher eindringlich an Bürgermeister Nagl, die betroffenen Menschen in ihrer Not zu unterstützen. „Einer Menschenrechtsstadt wie Graz würde es gut anstehen, eine Vorreiterrolle in diesem humanistischen Handeln einzunehmen.“

Kommunen können sich mit Menschen auf der Flucht, der Seenotrettung und den Zielen der SEEBRÜCKE solidarisch erklären und für ein sicheres Ankommen und neue rechtliche Rahmen einsetzen. In Deutschland sind es aktuell 144 Kommunen, die sich zur Aufnahme von Geflüchteten bereit erklärt haben und mit ihrem gesunden Maß an Humanismus Druck auf die Bundesregierung ausgeübt haben.

16. April 2020